Uhr an de Fassade des Wiener Westbahnhofs

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Westbahnhof, Wien

In den Kämpfen um Wien im April 1945 wurde der alte, nach Plänen von Moritz von Löhr errichtete Wiener Westbahnhof weitgehend zerstört. Nach provisorischer Betriebsführung wurde der Altbau 1949 abgetragen. Der Neubau sollte das moderne, zukunfts- und weltgewandte Wien repräsentieren. Der 1952 fertiggestellte Westbahnhof galt als einer der schönsten in Europa.

Zerstörter Westbahnhof, 1949

Zerstörter Westbahnhof, 1949

ÖNB

Weltstadt mit Westbahn

Ilse Huber

Vom Gürtel kommend ist der Wiener Westbahnhof ein schlichter Quader. Verkehr und Umbauten verstellen die freie Sicht auf das Bahnhofsgebäude, doch ist man einmal in der Halle, erfreuen der hohe Raum und die hellen Fronten nach Ost und West.

Noch in der Besatzungszeit geplant und errichtet, wurde der Bahnhof im Herbst 1951 in helles Licht getaucht, ehe ein Jahr später die vollständige Elektrifizierung der Westbahnstrecke abgeschlossen werden konnte.

Westbahnhof, Archivaufnahme

Westbahnhof, Archivaufnahme

ÖNB

Die Architekten Robert Hartinger, Sepp Wöhnhart und Franz Xaver Schlarbaum waren die besten des Architekturwettbewerbes, wenn auch nicht als Sieger. Ihre Pläne wurden dennoch verwirklicht. Ihre Konstruktion sollte bis zum Jahr 2008 alleinstehend sein, dann gab es äußere Umplanungen und innere Restaurierungen. Immerhin ist das Bahnhofsgebäude erhalten geblieben als eines der wenigen baulichen Zeugnisse der Nachkriegsmoderne.

  • "West"-Schriftzug

    Flugdach und Erweiterungsbau

    ORF/JOSEPH SCHIMMER

  • Westbahnhof

    Haupthalle und Erweiterungsbau

    ORF/JOSEPH SCHIMMER

  • Westbahnhof

    Die Ankunftshalle des Wiener Westbahnhofs vom Europaplatz gesehen

    ORF/JOSEPH SCHIMMER

  • Modernes Bürogebäude

    Seit 2011 flankieren Erweiterungsbauten die Hauphalle des Westbahnhofs aus den späten 1950er Jahren

    ORF/JOSEPH SCHIMMER

  • Westbahnhof

    Die Haupthalle vor dem Umbau - ohne flankierende Gebäude

    ORF/JOSEPH SCHIMMER

  • Ankunftshalle

    Die Haupthalle vor dem jüngsten Umbau, aber bereits mit eingebautem (und später wieder abgebrochenem) Restaurant

    ORF/JOSEPH SCHIMMER

  • Sachlterhalle

    Die Schalterhalle

    ORF/NICK MEINHART

  • Gepäcksstütze

    Gepäcksstütze am Fahrkartenschalter

    ORF/NICK MEINHART

  • Türgriff

    Eingangstüre zum Bahnhof

    ORF/NICK MEINHART

  • Gegensprechanlage

    Lautsprecheranlage am Bahnsteig

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  • Verladerampe

    Verladerampe für den Autoreisezug

    ORF/NICK MEINHART

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Der Schweizer Kunsthistoriker Nott Caviezel arbeitet am Institut für Bauforschung und Denkmalpflege an der Technischen Universität Wien. Er lobt die erhaltene innere Kostbarkeit der Halle und kritisiert ihre äußere Einpferchung durch die Umgebung. Als "Kathedrale des Lichts" geht das Bauwerk nicht nur für den Architekten der Generalüberholung, Eric Steiner, in die Geschichte ein, auch der Historiker und Stadtforscher Peter Payer ist von der Halle begeistert. Nicht zuletzt zeugt der Bau von einem gesellschaftlichen Aufbruch.

Flüchtlinge und Helfer am Westbahnhof in Wien, September 2015.

Flüchtlinge und Helfer am Westbahnhof in Wien, September 2015.

APA/HERBERT NEUBAUER

Und der fand im Herbst 2015, mit dem Ankommen der Flüchtlinge, seinen letzten internationalen Höhepunkt. Denn mit der Fahrplanumstellung der ÖBB im Dezember 2015 fahren die internationalen Züge vom Hauptbahnhof ab. Was beim Westbahnhof bleibt, sind österreichweite Verbindungen - und die Stimme von Chris Lohner.

Service

FEEI - "Rückblick 1952. Die Westbahn wird elektrifiziert"
BahnhofCity Wien West

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