Murinsel, 2005

APA/BARBARA GINDL

Murinsel, Graz

Die Murinsel ist eine schwimmende Plattform, die im Jänner 2003 in der Mur in Graz, sehr zentral zwischen Schlossberg und Kunsthaus gelegen, für das Europäische Kulturhauptstadtjahr "Graz 2003" errichtet und im Jänner 2003 eröffnet wurde.

Eine Schnecke auf dem Fluss

Sonja Bettel

Die Idee zur Murinsel hatte der aus Graz stammende Kurator Robert Punkenhofer, Gründer und Direktor der Kunstagentur ART&IDEA. Er wollte damit ein neues, modernes Wahrzeichen für die Stadt und "eine Piazza für das 21. Jahrhundert schaffen", wie er heute sagt. Die Insel soll auch die durch die Mur getrennten Hälften der Stadt miteinander verbinden und der Bevölkerung und Besuchern die Möglichkeit bieten, direkt am Wasser zu sitzen.

Als Designer für das Projekt hatte Robert Punkenhofer sofort den New Yorker Künstler Vito Acconci im Sinn. Acconci entwarf eine 50 Meter lange und 20 Meter breite fließende Form, die aussieht wie zwei Hälften einer Schnecke. Eine ist nach oben offen, darin ist ein Amphitheater für Aufführungen untergebracht. Die andere ist nach oben geschlossen, darunter befinden sich ein Café und ein Designshop. Die Insel ist von beiden Ufern der Mur über Stege erreichbar.

  • Zugang zur Murinsel

    Die Murinsel betritt man bequem über Stege.

    ORF/JOSEPH SCHIMMER

  • Murinsel

    Nicht nur das Grazer Kunsthaus ist ein Friendly Alien

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  • Murinsel

    Der Verbindungsweg der beiden Stege führt am Café vorbei

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  • Murinsel

    Der elegante Schwung verbindet Innen- und Außenbereich

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  • Gitterstruktur

    Die Poesie des Gitters

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  • Stühle

    Sitzgelegenheiten im Außenbereich

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  • Murinsel

    Das Innere des Kaffeehauses

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  • Murinsel

    Der Sitzbereich ist fast auf Wasserniveau

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  • Blaue Polsterung

    Die Barzone

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  • Toilettanlage

    Die Toiletten gehören zum Futuristischsten, das das Genre zu bieten hat.

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  • Murinsel

    Vorsicht Strömung

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  • Aufzug

    Vom Steg zum Ufer führt ein Aufzug

  • Murinsel

    Die Murinsel

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Die Umsetzung der Idee in ein Gebäude war aufgrund des fließenden Wassers und des stark schwankenden Wasserstands der Mur extrem schwierig. Drei Statikbüros hätten deshalb aufgegeben, erst das Ingenieurbüro Kratzer habe die Aufgabe gemeistert, erinnert sich Robert Punkenhofer. Für ihn selbst war die Herausforderung, zwischen der Stadt und dem Künstler zu vermitteln – die eine wollte ein Projekt, das im finanziellen und zeitlichen Rahmen fertig wird, der andere seine Ideen umsetzen. Das habe ihm drei Jahre lang viele schlaflose Nächte verursacht, sagt der Kurator.

Auch die Bevölkerung war skeptisch, ob die Aufgabe gelingt. Das Projekt wurde anfangs heiß diskutiert, auch wegen der hohen Kosten von 5,5 Millionen Euro, später akzeptiert. Gemeinsam mit dem Kunsthaus hat die Murinsel dem Stadtteil Lend neue Impulse gegeben. Im Jahr 2013 wurde die wasser- und schifffahrtsrechtliche Bewilligung für das ursprünglich temporär gedachte "Gebäude" für weitere zehn Jahre erteilt.

Service

Murinsel Graz

Gestaltung

  • Sonja Bettel

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