Eine Geigerin

AFP / CARL DE SOUZA

Schwedinnen - Kammermusik, Lieder und ein Violinkonzert

Schwedische Komponistinnen, die im Kreise Joseph Joachims, Johannes Brahms´, der Ethel Smyth und des Hans von Bülow hoch geschätzt waren, die mit Clara Schumann oder Elisabeth von Herzogenberg konzertierten und mit dem Gewandhaus Orchester auftraten, präsentiert das "Ö1 Konzert".

Zu hören ist zum Beispiel eine Lorelei-Vertonung von Ingeborg von Bronsart, die in St. Petersburg und bei Liszt in Weimar Klavier und Komposition studiert hatte. Ihr Mann Hans Bronsart von Schellendorff wurde zum Intendanten des Königlichen Hoftheaters in Hannover ernannt - was bedeutete, dass sie ihre pianistische Karriere beenden musste. So wurde sie umso intensiver zur Komponistin und arrangierte für ihre Werke wöchentlich stattfindende Matineen.

Der Salon als Bühne der Komponistinnen, als Zwischenraum zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. Sie schaffte es auch, ihre Werke bei angesehenen Verlagen in Druck zu geben, sogar ihre Opern wurden an den Hoftheatern von Weimar, Berlin, Hannover und Hamburg aufgeführt. Am Attersee hat die Komponistin ihren Lebensabend verbracht.

Amanda Maier-Röntgen

Amanda Maier-Röntgen, die früh verstorbene Virtuosin der Geige und des Klaviers, war gemeinsam mit ihrem Mann, dem Konzertmeister Julius Röntgen, aber sehr wohl auch allein eine produktive vielgeschätzte Komponistin. Niels Gade erkannte früh ihr Talent. Die Verheiratung beendete ihre Virtuosinnen-Karriere, sie wurde umso lieber Komponistin.

Die Tonträger-Firmen entdecken gemeinsam mit prominenten Musikerinnen und Musikern das Werk der Amanda Maier mehr und mehr: ihr Violinkonzert oder ihr monumentales Klavierquartett. Edvard Grieg schreibt darüber an ihren Mann, Julius Röntgen: "Dass Deine liebe Frau ein schönes Klavierquartett geschrieben hat, glaube ich mehr als gerne, da ich immer ein Verehrer ihres Talents war!" Grieg war einer jener, die Amanda Maiers frühen Tod durch eine Lungenkrankheit besonders betrauerten.

Alice Tegner, Ika Peyron, Helen Tham

Auch eine Entdeckung: Albertina Frederika Peyron, genannt Ika, deren Pflegeeltern ihr eine gute Ausbildung angedeihen lassen wollten und die, nachdem ihre beiden Söhne herangewachsen waren, sich ausschließlich dem Komponieren widmete. Ihre Konzerte wurden von einer Ladies Society organisiert.

Nicht nur die Werke der Alice Tegner, der Ika Peyron, der Amanda Maier oder der Helen Tham sind eine Bereicherung des Repertoires und gut zu hören, die Biographien der Komponistinnen sind es genauso; denn Sie zeigen Strategien des Erfolgs, Möglichkeiten sich in die Musikgeschichte einzuschreiben.

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