Symbolische Darstellung von Papatuanuku

ORF/ISABELLE ORSINI-ROSENBERG

Papa - Schöpfergöttin der Maori

In den Mythen der Maori, der indigenen Bevölkerung Neuseelands und Teilen Ozeaniens, wird folgende Geschichte erzählt: "Papa, die Mutter der Erde, und Rangi, der Vater des Himmels, liebten einander so sehr, dass sie seit Anbeginn der Zeit jeden Moment in inniger Umarmung verbringen wollten. "

"Zum Leidwesen ihrer vielen Söhne, die in der Dunkelheit und Enge zwischen ihnen kaum mehr Platz hatten. Tu-matauenga, der Gott des Krieges, schlug erzürnt vor die Eltern zu töten. Der Gott des Windes war dagegen, und so schlug der Gott des Waldes Tanemahuta vor, die Eltern eben zu trennen. Er legte sich also hin, und mit seinen kräftigen Beinen schob er die Eltern auseinander und trennte die beiden Liebenden, Papa und Rangi, Erde und Himmel, für immer voneinander."

"Rangi und Papa sind ein Beispiel für sogenannte Welteltern. Himmel und Erde sind zusammen der Ursprung der Welt, müssen aber getrennt werden damit neues Leben entstehen kann", erklärt Astrid Mattes, Religionswissenschafterin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, den Schöpfungsmythos der Welt, wie er bei den Maori bekannt ist.

Die Maori sind von polynesischen Inseln aus im 13. Jahrhundert nach Neuseeland gekommen, und haben die Vorstellung von Welteltern von dort mitgebracht. Papa, auch Papa-tuanuku genannt, ist die Schöpferin der Welt.

"Im Glauben der Maori ist Papa niemals fern von ihnen und hat immer noch eine zentrale Bedeutung. Nicht nur als mystische Mutterfigur, sondern als das Land an sich. Maori haben eine spezielle Beziehung zu dem Land in dem sie leben. Turanga wai wai bedeutet so viel wie "der Platz zum stehen", damit ist die Beziehung zu einem bestimmten Ort gemeint. Traditionell ist das ein bestimmter Berg, Flüsse, ein Ort an dem man sein kann und dazugehört, " sagt Astrid Mattes.

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