Wahlplakataufsteller

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

13 Parteien, 1.476 Kandidat/innen

Seit Mitte August stehen alle Kandidaten der Nationalratswahl unverrückbar fest und die 7,7 Millionen Stimmzettel für den 29. September sind in Arbeit. Acht Parteien treten bundesweit an. Deren Bundeslisten umfassen zusammen 1.476 Kandidat/innen.

Die kürzesten Stimmzettel gibt es in Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark. In diesen drei Bundesländern kann man nur die acht Parteien ankreuzen, die bundesweit antreten, also ÖVP, SPÖ, FPÖ, NEOS, JETZT, Grüne, KPÖ und WANDL. In den anderen Ländern ist die Auswahl etwas - um eine Partei - größer: Im Burgenland steht auch die CPÖ, in Kärnten das BZÖ, in Oberösterreich die SLP, in Tirol und Vorarlberg GILT und in Wien BIER zur Wahl.

Die Parteien, die am 29. September zur Wahl stehen:

Österreichweit

  • Liste Sebastian Kurz - die neue Volkspartei (ÖVP)
  • Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)
  • Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)
  • NEOS - Das Neue Österreich (NEOS)
  • JETZT - Liste Pilz (JETZT)
  • Die Grünen - Die Grüne Alternative (GRÜNE)
  • Alternative Listen, KPÖ Plus, Linke und Unabhängige (KPÖ)
  • Wandel - Aufbruch in ein gemeinwohlorientiertes Morgen mit guter
  • Arbeit, leistbarem Wohnen und radikaler Klimapolitik. Es gibt viel zu gewinnen. (WANDL)

Burgenland

  • Christliche Partei Österreichs (CPÖ)

Kärnten

  • Allianz der Patrioten (BZÖ)

Oberösterreich

  • Sozialistische LinksPartei - SLP (SLP)

Vorarlberg

  • Jede Stimme GILT: Bürgerparlamente und Expertenregierung (GILT)

Wien

  • BPÖ - Bierpartei Österreich (BIER)

Stimmzettel und Vorzugsstimmen

Hergestellt werden müssen von allen Stimmzetteln zumindest 1,2 mal so viele wie es jeweils im Land Stimmberechtigte gibt. Die Nationalratswahlordnung schreibt 20 Prozent Reserve vor. Bei 6,4 Millionen Wahlberechtigten macht das österreichweit fast 7,7 Millionen Stimmzettel.

Die Briefwähler/innen bekommen nicht nur den Stimmzettel, sondern auch die Kuverts dafür (nach den Pannen bei der Bundespräsidenten-Wahl wieder das "alte" Modell ohne Lasche) - und zwei Broschüren. In einer finden sie alle Bundes-Parteilisten, in der anderen alle Landes-Parteilisten - als Information für die Vergabe der Vorzugsstimmen. Bei den fünf Parteien, die nur in einzelnen Ländern antreten und keine Bundeslisten eingebracht haben, werden die Felder für die Bundes-Vorzugsstimme ausgegraut.

Listenübersicht

Die weitaus größte Auswahl bei Bundes-Vorzugsstimmen haben heuer SPÖ-Wähler/innen: Sie können sich unter 409 Kandidat/innen - von Pamela Rendi-Wagner bis Annemarie Mitterlehner (SPÖ-Landesgeschäftsführerin in Niederösterreich) - entscheiden. Die ÖVP hat genau 100 Bewerber/innen nominiert, von Sebastian Kurz bis zur "Soldatin beim österreichischen Bundesheer" Rosmarie Lieskonig.

299 Kandidaten bietet die FPÖ an, vom Listenersten Norbert Hofer bis zur Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller am letzten Platz.

Die Zahl der am 29. September zu wählenden Nationalratsabgeordneten - 183 - hat die Grünen inspiriert. Erster auf ihrer Liste ist Werner Kogler - und auf Nummer 183 steht die bei der vorigen Wahl glücklose Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. 109 Kandidaten gehen für die von Peter Pilz angeführte Liste JETZT auf Bundesebene ins Rennen.

Eine Partei ohne Aussicht auf den Einzug in den Nationalrat hat - mit 212 - die dritt-meisten Bundeskandidaten, nämlich das KPÖ-Wahlbündnis. Die zweite wenig aussichtsreiche Partei, "Wandel" gab sich mit 14 zufrieden.

ÖVP, SPÖ, Grüne und "Wandel" haben ihre Listen im Reißverschlussprinzip erstellt - schicken also genauso viele Frauen wie Männer ins Rennen. Bei FPÖ und NEOS (deren Listen in einem dreistufigen Verfahren gewählt werden) sind hingegen nur ein Viertel der Kandidaten weiblich, bei JETZT ein Drittel.

NR-Wahl 2017 - Endergebnis Stimmanteile in Prozent (inkl. aller Wahlkarten), bzw. Mandatsverteilung

APA, Quelle APA/BMI

Wenige Quereinsteiger/innen auf den Bundeslisten

Auf den Bundeslisten der Parlamentsparteien für die Nationalratswahl finden sich heuer relativ wenige Quereinsteiger. ÖVP, SPÖ und FPÖ haben ihre aussichtsreichen Plätze an "bewährte Kräfte" aus dem Nationalrat bzw. der geplatzten türkis-blauen Regierung vergeben. Nur NEOS und Grüne verhelfen bekannten Nicht-Politiker auf Listenplätzen, mit denen ihnen ein Mandat so gut wie sicher ist.

Bei der Wahl 2017 hatte vor allem der damals neue ÖVP-Chef Sebastian Kurz zahlreiche "Promis" als Kandidaten gewonnen. Viele von ihnen - wie Gaby Schwarz oder Rudolf Taschner - wurden damals Abgeordnete und stehen jetzt wieder auf der Liste. Aber neue Quereinsteiger findet man auf der türkisen Bundesliste nicht.

Die NEOS haben auch heuer - wie 2017 an Irmgard Griss - wieder eine "Wildcard" an einen Nicht-Politiker vergeben: "Kurier"-Herausgeber Helmut Brandstätter präsentierte vor Kurzem sein Buch "Kurz & Kickl - Ihr Spiel mit Macht und Angst", verließ die Zeitung und zieht jetzt mit NEOS in den Wahlkampf. Mit Platz 2 auf der Bundesliste ist ihm ein Mandat sicher.

Dass auch die Grünen heuer einige Quereinsteigern aufbieten, liegt nicht nur daran, dass sie 2017 aus dem Nationalrat flogen - sondern auch daran, dass bei ihnen die Bundesliste vom Bundeskongress gewählt wird. Dieser setzte die Global 200-Chefin Leonore Gewessler auf Platz 2 und die Journalistin Sibylle Hamann auf Platz 3.

Mit dem Tierschützer Martin Balluch konnte auch Peter Pilz für seine Liste JETZT einen öffentlich bekannten Mitstreiter gewinnen. Dass er dem Nationalrat angehören wird ist mit Listenplatz 5 ebenso wenig wahrscheinlich wie - nach derzeitigem Umfragenstand - der Wiedereinzug von JETZT überhaupt. KPÖ und Wandel können laut den Meinungsforschern auch nicht darauf hoffen.