Frederik Marroquin

CAROLINA FRANK

Frederik Marroquin, Raumstrategien und Bildhauerei

geboren 1991 in Ludwigsburg, lebt und arbeitet in Wien

In meinen Arbeiten beschäftige ich mich mit choreografierenden Skulpturen. Ich untersuche inwiefern gebaute Räume und Objekte Bewegungen bedingen und formen. Dem Potential der selbstgewählten Einschränkung komme ich durch Versuchsanordnungen näher. Mittels Ortsspezifität, Prozesshaftigkeit, Tanz und Architektur mache ich mir die Widerstände meines Körpers zunutze. Formale Merkmale ergeben sich aus der visuellen Lesbarkeit physischer Anstrengung und der Improvisation meiner Konstruktionen.


Kamera: Leonie Joppich

Pigs can’t see the Sky

2019 / Installation & Performance / Slacklines, Zurrgurte, Lastengurte, Schaumstoff, Pressspanplatten, Beton

"Pigs can't see the sky"

FREDERIK MARROQUIN

Ich klettere kopfüber in die raumverspannende Installation aus vorgefundenem Material. Durch die Schaumstoffwände bewegt sich mein Körper in Zeitlupe nach unten. Es besteht nur eine eingeschränkte Möglichkeit der Navigation. Mein Fleisch wird bewegt. So fusioniere ich die beiden gegensätzlichen Konzepte vom Klettern und Fallen. Das Material, sowohl Objekte als auch Subjekt, stehen unter Spannung. Die Slacklines und Spanngurte halten alles fest, der Schaum passt sich ständig an die Bewegungen an.

Prosthetic Problems

2017/2018 Untersuchung über den Zeitraum von vier Monaten / Holzlatten, Schrauben, Kamera: Leonie Joppich

Prosthetic Problems

FREDERIK MARROQUIN

Die Arbeit handelt von einer Hürde, die ich unmittelbar vor meiner Zimmertür installiert hatte. Vor meinen privatesten Raum, in dem ich schlafe, sämtliche Arbeiten am Computer erledige, lese und zeichne. Jedes Mal, wenn ich hinein oder hinaus wollte, musste ich das Objekt überwinden. Die Unumgehbarkeit von Skulptur verbinde ich mit einer wiederkehrender Konfrontation mit Verhaltensmustern, die am Beispiel der motorischen Bewegung abgearbeitet werden.

Failing forward I

2016 / Performance / Gips, Bottiche, Kamera: Leonie Joppich

Failing Forward

FREDERIK MARROQUIN

Ich gieße meine Füße in Gips ein und laufe solange bis die "Gipsschuhe" vollkommen zerbrochen sind und ich wieder uneingeschränkt mit seinen Alltagsschuhen laufen kann. Ausgangsort ist die "Spezialschule für Bildhauerei". Weder der Weg noch das Ziel wurde im Voraus festgelegt. Der Herstellungsprozess der Gipsschuhe erfolgt als meine ständige Vor- und Zurückwandlung vom Produzent einer Skulptur zur Skulptur selbst. Das Potential der selbstgewählten Einschränkung wird untersucht.

Ausbildung

  • 2018 – 2019 Akademie der bildenden Künste Wien, Raumstrategien & Bildhauerei (Prof. Seibold)
  • 2014 – 2018 Akademie der bildenden Künste Wien, Performative Kunst & Bildhauerei (Prof. Bonvicini)
  • 2014 – 2015 Akademie der bildenden Künste Wien, Objekt-Bildhauerei (Prof. Göthe)
  • 2012 – 2014 HS Mainz University of Applied Science, Kommunikationsdesign
  • 2008 – 2011 Johannes-Gutenberg-Schule Stuttgart, Grafik–Design (staatl. gepr. Grafik–Designer)

Ausstellungen und Performances

  • 2019 Im Falle eines Falles ist richtig fallen alles, Parallel verschieben, Kaeshmaesh, Wien
  • 36. Österreichischer Grafikwettbewerb, Taxispalais, Kunsthalle Tirol
  • In der Kubatur des Kabinetts, fluc, Wien
  • Pigs can’t see the sky, Wien
  • 2018 Auf links waschen, Künstler*innenresidenz Krumpendorf
  • Prosthetic Problems, Performance über vier Monate, Wien
  • Failing Forward II, Wien
  • The Grand Tour Show, Kvaka 22, Belgrad
  • LV3, Tower Lützowgasse, Wien
  • 2016 Failing Forward I, Wien
  • Pauline Orienting Herself in Space, Schönhauser Allee 177, Berlin
  • The Invisible Exhibition, Aquarium, Wien
  • 2015 Redrawing Walls, Aquarium, Wien
  • 2013 Von der Linie zum Strich, das blumen, Darmstadt

Arbeitsvorhaben

Mein Vorhaben ist es, mich umfassender mit Bewegungsforschung und Expert/innen aus dem zeitgenössischen Tanz auseinanderzusetzen. Ich möchte dem sozialen Druck eines allzeit zur “ökonomischen Performance” bereiten Körpers mit dem Transformationspotential von intensivem Körperwissen begegnen. Dabei interessiert mich nicht das Erlernen tänzerischer Virtuosität, sondern viel mehr Körpern in ihrer Unterschiedlichkeit und Materialität innerhalb der bildenden Kunst gerecht zu werden.

Übersicht

  • Ö1 Talentestipendium 2019