Leonie Zangerl

PRIVAT

Leonie Zangerl, Bildnerische Erziehung

geboren 1993, lebt und arbeitet in Salzburg

Am Beginn stehen analytische, recherchehafte Auseinandersetzungen, aus denen ich Ideen schöpfe. In wechselnden Medien, die häufig in direktem Bezug zum räumlichen Erfahren stehen, ist meine künstlerische Arbeit schließlich immer ein Versuch, gesellschaftlicher, ökonomischer, politischer oder institutioneller Phänomene habhaft zu werden, diese zu untersuchen, aufzubrechen und neu zu beleuchten – woraus sich filmische, wie auch skulpturale oder textliche Elemente und Interventionen ergeben können.

givers, 2019

Zweikanal-Video mit Tonspur

Die Arbeit "givers" wirft einen Blick auf das Geben als alltägliches gesellschaftliches Phänomen. Durch das gleichzeitige Abspielen zweier Videos mit ungleich langen Sequenzen ergeben sich immer neue Querverbindungen. "givers" tastet sich einerseits an die Frage nach dem Stellenwert unbezahlter Tätigkeiten in einer kapitalistischen Gesellschaft heran und drängt andererseits mit dem dazu abgespielten Text auf die Erkenntnis, dass gerade diese Gesellschaft nicht ohne solche Akte des Gebens bestehen kann.

außen/innen, 2017

Spanplatten, Dispersion

außen/innen

LEONIE ZANGERL

"außen/innen" greift architektonische Details des im Stil des Barockklassizismus errichteten Künstlerhauses auf. Pilaster und Nischen, die an der Ringgalerie entlang der Wände des Ausstellungsraums positioniert sind, wurden an ebendiesen Stellen im Raum gespiegelt. Im Mittelpunkt von Wiederholung, Nachbau und topografischer Positionierung der Elemente steht die Auseinandersetzung mit dem ‚white cube‘ selbst, dessen unverweigerlich vorhandener Bezug zu seiner Umgebung durch diese Intervention zu Tage tritt - dem Innen wird es unmöglich, das Außen auszublenden.

Getreidegasse, 2017

Video, Skript

Welche Erfahrungen machen wir in Städten, deren Zentren zu touristischen Hotspots wurden, wie nehmen wir sie wahr, wie bewegen wir uns ihnen? Um diese Fragen dreht sich die Arbeit "Getreidegasse", in der sich Video und Text gegenüberstehen. Ein Transkript der Audiospur, das dem Video beiliegt, sammelt drehbuchartig Geräusche und Wortfetzen von Passant/innen. So erfolgt der Versuch die spontane Wahrnehmung der Umwelt im Vorübergehen formal festzuhalten und dadurch fassbar zu machen.

Ausbildung

  • seit 2018 Mozarteum Salzburg und Paris-Lodron-Universität Salzburg, Masterstudium Lehramt Bildnerische Erziehung/Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung (Klasse für Bildhauerei, Ulrike Lienbacher)
  • 2014 – 2018 Mozarteum Salzburg und Paris-Lodron-Universität Salzburg, Bachelorstudium Lehramt Bildnerische Erziehung/Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung (Klasse für Bildhauerei, Nicole Wermers & Klasse für Fotografie und Neue Medien, Gregor Neuerer)

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2017 Meat Me In The Kitchen, Ausstellungskooperation, Ehemaliges Barockmuseum, Salzburg
  • Innen/Außen, 21h, Kunstverein, Salzburg
  • 2018 White Cube, Hausgeister, Ausstellungsprojekt der Klasse für Bildhauerei des Mozarteum Salzburg in einem verlassenen Haus, Salzburg
  • 2019 Passagen der Nachbarschaft, Partizipative Installation im Rahmen der Architekturtage 2019 im Quartier Riedenburg, Salzburg

Arbeitsvorhaben

Im Zuge meines Masterprojektes möchte ich aufbauend auf meine letzte Arbeit "givers" weitere Arbeiten für eine Ausstellung realisieren und ein Symposion organisieren das wissenschaftliche und künstlerische Positionen zum Thema der Gabe vereint. Das Programm aus Vorträgen und Workshops – deren Ergebnisse schließlich auch zu einem Teil der Ausstellung werden – soll sich vor allem um systemkritische und genderbezogene Fragen zu unbezahlter Arbeit in der kapitalistischen Gegenwart drehen.

Übersicht

  • Ö1 Talentestipendium 2019