Andrea Götsch

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Andrea Götsch, Klarinette

Andrea Götsch hat bereits zahlreiche Orchestererfahrung gesammelt. In diversen Jugendorchestern hat die 1994 in Bozen/Südtirol geborene Klarinettistin ihre Laufbahn begonnen, als Substitutin verschiedener nationaler und internationaler Orchester (darunter etwa das RSO Wien, die Wiener Symphoniker oder das Mozarteumorchester Salzburg) konnte sie ihre Erfahrung ausbauen. Seit kurzem ist Andrea Götsch Mitglied im Orchester der Wiener Staatsoper.

Was ist Kunst?

Kunst ist für mich Ausdruck und Leidenschaft; etwas, das berührt, inspiriert und bewegt... das mehr sagen kann als Worte.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich war schon immer sehr begeistert für die Musik und Kunst und hatte dann das Glück, von wunderbaren Lehrern, Mentoren und Professoren gefördert worden zu sein. Auch wenn meine Eltern keine Berufsmusiker sind, hegen sie eine unglaubliche Leidenschaft dafür und haben mich auf meinem Weg immer intensiv unterstützt. Ich konnte und kann nie genug von Musik bekommen, sie schenkt mir so viele unvergessliche Momente. Speziell zur Klarinette bin ich dank einer Freundin gekommen, ich hätte aber am liebsten alle Instrumente spielen gelernt! Das Komponieren hat sich bei mir aus dem Improvisieren auf dem Klavier entwickelt und die Leidenschaft zum Dirigieren sicher im Orchester.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich würde das Wollen an erster Stelle setzen, jedoch kann der innere Drang zur Kunst sogar so stark werden, dass sich daraus ein positives Müssen entwickelt. Dass die Kunst auch handwerkliches Können voraussetzt, liegt auf der Hand.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Ich habe bereits in vielen unglaublich tollen Konzertsälen gespielt, wie z.B. in der Royal Albert Hall in London, der Berliner Philharmonie, der Mailänder Scala, im Pariser Théâtre des Champs-Élysées und im Wiener Musikverein. Ich freue mich immer wieder neue Orte kennenzulernen.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ich bin unglaublich glücklich mit den Wiener Philharmonikern und faszinierenden Dirigenten arbeiten zu dürfen.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Meiner Meinung nach kann und soll auch immer wieder in einer gewissen Weise auf die Bedürfnisse des Marktes eingegangen werden, mit der Kunst will man ja auch den Leuten etwas kommunizieren und so muss man sich überlegen, wie man das Publikum zum Zuhören bringt. Parallel ist es aber auch wichtig, dass Kunst unabhängig von irgendwelchen Anforderungen entsteht.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Meiner Meinung nach kann er davon nicht genug kriegen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Familie und Freunde.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Im Wiener Musikverein.

Haben Sie einen Plan B?

Ich hoffe, dass ich mein Leben lang Musik machen kann und habe keinen konkreten Plan B, aber es gibt so viel Schönes auf dieser Welt – ich trete ihr offen entgegen und bin gespannt was noch alles auf mich zukommt.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Ich bin vor einigen Monaten mal zu spät in eine Orchesteraufnahme gekommen, das war mir sehr unangenehm.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ich setze mich für einen respektvollen und freundlichen zwischenmenschlichen Umgang ein und möchte auch mit meiner Musik Freude, Hoffnung und Kraft schenken. Ein wunderbarer Konzertabend, an dem Menschen innig berührt werden, von der schnelllebigen, reizüberfluteten Zeit zurück in den Augenblick finden und mit neuer Lebensfreude strahlen, kann vielleicht schon ein kleines bisschen dazu beitragen, die Welt positiv zu verändern...