Ausstellungsansicht

VIENNA CONTEMPORARY

viennacontemporary blickt in den Osten

110 Galerien und mehr als 500 Kunstschaffende aus 26 Ländern präsentiert Österreichs größte Messe für zeitgenössische Kunst von 26. bis 29. September in der Wiener Marx Halle. Die neue künstlerische Leiterin Johanna Chromik will den Fokus auf Zentral- und Osteuropa weiter stärken.

Kutlurjournal | 26 09 2019 | Johanna Chromik im Gespräch

Christine Scheucher

Mittagsjournal | 26 09 2019 | viennacontemporary

Sebastian Fleischer

Aufmerksamkeit erregen, darauf kommt es hier für die Newcomer ebenso an wie für die großen Platzhirsche. Betritt man den Ausstellungsbereich der Wiener Galerie Krinzinger, begegnet man direkt Marina Abramovic in Arbeitskluft. Neben der lebensgroßen Fotografie der serbischen Performancekünstlerin finden sich auf kleinem Raum ebenso großformatige Arbeiten von Brigitte Kovanz, Bruno Gironcoli oder Marta Jungwirth.

Im dahinterliegenden Kabinett kuratiert Eva Schlegel eine kleine Ausstellung mit Arbeiten junger Kunstschaffender zum Thema "Eros", und ein dritter Bereich wurde gemeinsam mit der Warschauer Galerie Leto gestaltet.

"Unglaublich viele Sammler"

Einen derart dichten Informationspool über die Galerienszene in Zentral- und Osteuropa gebe es nur auf der viennacontemporary, sagt die Galeristin Ursula Krinzinger, die auch Mitglied des Zulassungskomitees ist. Dieser Fokus zeichne den Wiener Kunstevent auch gegenüber anderen Messen aus, die im Frühherbst überall auf der Welt über die Bühne gehen.

"Es kommen unglaublich viele internationale Sammler in Relation - etwa 300", schätzt Krinzinger. "Und dann natürlich der Standort Wien: Der ist den Sammlern mindestens ebenso wichtig wie die Messe selbst."

"In Wien ist eine Messe sehr gut aufgehoben." Johanna Chromik

Wien als Brückenkopf zwischen Ost und West auch im Kunstmarkt zu etablieren, daran arbeitet die 2015 als Nachfolgerin der viennafair etablierte Kunstmesse seit Anbeginn - und diesen Fokus wolle man noch weiter verstärken, sagt die Anfang des Jahres bestellte neue Leiterin der viennacontemporary, Johanna Chromik. So könne man auch der starken Konkurrenz durch internationale Kunstmessen standhalten.

Johanna Chromik, künstlerische Direktorin der viennacontemporary

APA/GEORG HOCHMUTH

"Wir sind eine regional starke Messe und daher auch für die regionalen Galerien besonders interessant", so Chromik.

Kuratierte Zonen, Talks, Kinderprogramm

Geboten werden auch eigens kuratierte Schwerpunkte wie die Zone 1, die junge Kunstschaffende mit Österreich-Bezug präsentiert, oder der Sektor "Explorations", der zur Entdeckung künstlerischer Positionen der 1960er- und 70er-Jahre lädt. Die Soda-Galerie aus Bratislava präsentiert da etwa Bilder und Objekte des slowakischen Komponisten und Universalkünstlers Milan Adamciak sowie Arbeiten von Geza Pernecky, einem Protagonisten der ungarischen Konzept-Fotografie. Beide haben sich mit Musik auseinandergesetzt - wie eine bunte Gebetsfahne rollt sich etwa Perneckys Gemälde mit dem Namen String Pictures von der Decke herab.

"Wir wollen unsere Kunst vor allem lokalen Sammlerinnen und Sammlern aus Wien, Bratislava oder der Tschechischen Republik präsentieren", sagt der Galerist Tomas Umrian. Auch Talks, geführte Touren und ein Familienprogramm bietet die viennacontemporary; der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren ist frei.

Parallel Vienna im Bürokomplex

Mit zahlreichen Neuerungen ist die Kunstmesse Parallel Vienna bereits am Dienstagabend in ihre siebente Ausgabe gestartet. Das Prinzip, an verschiedenen Orten auszustellen, der vergangenen Jahre wird auch heuer wieder fortgesetzt: Erneut in der Lassallestraße, diesmal jedoch ein Bürogebäude weiter, werden auf drei Stockwerken mehr als 600 Künstler präsentiert.

Morgenournal | 25 09 2019 | Parallel Vienna

Wolfgang Popp

Bürogebäude in der Lassallestraße

PARALLEL VIENNA

Service

Die viennacontemporary findet von 26. bis 29. September 2019 statt
Parallel Vienna - 24. bis 29. September 2019

Gestaltung

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