Szene im Ski-Amadé-Skigebiet

SKI AMADÉ

Wenn Skifahren digital wird

Egal ob Fitness-, Gesundheits- oder Wetter-Apps, mit unseren Smartphones in der Hosentasche sind wir ständig informiert. Und das immer und überall, sogar auf der Skipiste. Skigebiete in ganz Österreich nutzen diesen Trend und locken mit digitalen Highlights.

Vom Filmen mit einer GoPro bis hin zur sportlichen Leistungsmessung per Tracking Tools - Smartphone und Co. machen, aus dem gewöhnlichen Winterurlaub mittlerweile auch ein digitales Erlebnis.

Mittlerweile gibt es mit über 400 Internet-Hotspots in Ski Amadé an Tal- und Liftstationen ein WLAN. Bereits seit 2003 setzt Österreichs größter Skiverbund auf die Digitalisierung des Pistenvergnügens.

Mit dem Smartphone durch das Skigebiet navigieren

Für Aufsehen sorgte vor allem die Datenskibrille, mit deren Hilfe man die verschiedenen Routen der Skigebiete abrufen und je nach Schwierigkeitsgrad und eigenem Können durch das jeweilige Skigebiete navigieren konnte. Mit der vergangenen Saison wurde die Datenskibrille eingestellt. Stattdessen investierte der Skiverbund in einen Relaunche des Ski Amadé Guides. Nun können die Wintersportler alle Informationen der Datenskibrille direkt auf das Smartphone erhalten. Damit erreicht man weitaus mehr Menschen, so Christoph Eisinger, Geschäftsführer von Ski Amadé. Immerhin wurde die App mittlerweile über 410.000 Mal heruntergeladen.

Eine spezielle Funktion des Ski Amadé Guide ist das „Tagebuch“ - damit kann man auch seine Ab- und Liftfahrten detailliert verfolgen lassen.

Notfall-Apps

Was primär der Unterhaltung dient, kann im Ernstfall aber auch Leben retten. Denn in Notfällen helfen Ortungsdienste der Bergrettung, schneller den Unfallsort auszumachen, so Roland Schimpke, Bezirksleiter der Bergrettung Flachgau.

Besitzt die verletzte Person eine entsprechende App, wie Uepaa oder Notruf, wird ihr Standort automatisch an die Rettungszentrale geschickt, sobald sie die Notrufnummer anruft. Auch SOS Funktionen anderer Apps übermitteln GPS Informationen an die Leitzentrale. In Salzburg ist das die Rot Kreuzzentrale. Von dort aus werden die Daten an die jeweiligen Einsatzkräfte weitergleitet.

Das personalisierte Wintervergnügen

Neben der Sicherheit bemüht man sich bei der Digitalisierung des Pistenvergnügens vor allem um das Skierlebnis. Dazu gehören riesen Schneemänner beim Selfi-Point, neben der Liftstation, genauso wie persönliche Action Videos, vom Mixed Race bis zum Slalom. Aber auch individuelle Bedürfnisse sollen von den Apps abgedeckt werden. So ist ein junger Snowboarder wahrscheinlich eher interessiert zu erfahren welche Snow Parks zur Verfügung stehen und welche Events dort stattfinden, welche spezielle Beherbergungsangebote es für ihn gibt, während die Mutter einer vierköpfigen Familie eher an Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Familien-Angeboten interessiert ist.

Um diese Personalisierung zu ermöglichen, müssen zunächst jedoch Informationen über die Wintergäste gesammelt werden. Die erhalten die Betreiberinnen und Betreiber der Skigebiete über ihre Apps. Christoph Eisinger betont, dass der Ski Amadé Guide Datenschutzgrundgesetz konform ist und alle Informationen nur zu Gunsten der Kundinnen und Kunden genutzt werden.

All diese Apps brauchen natürlich die Locationdaten um funktionieren zu können. „Man sollte daher schauen, dass man die Daten nur frei gibt wenn man die App benutzt, da haben die Handys die Funktion ob die App auf die Daten auch in Hintergrund benutzen kann oder nur, wenn sie benutzt wird“, erklärt Martina Lindorfer von der TU Wien. Um Apps uneingeschränkt zu nutzen und auch ihre Vorteile genießen zu können ist es ihrer Meinung nach wichtig den Hausverstand einzuschalten und sich zu fragen, wozu könnten diese Daten für die Funktion der App relevant sein.

Gestaltung: Johanna Hirzberger