Angelika Kauffmann Museum, Außenansicht

ANGELIKA KAUFFMANN MUSEUM/HIRSCHBÜHL FOTOGRAFIE

Angelika Kauffmann Museum

Das Angelika Kauffmann Museum in der Vorarlberger Ortschaft Schwarzenberg im Bregenzerwald widmet sich dem künstlerischen Schaffen der 1741 geborenen, viel gereisten Malerin.

Locke von Angelika Kauffmann

ANGELIKA KAUFFMANN MUSEUM

In einer Vitrine ist hier außerdem eine Haarlocke von Angelika Kauffmann ausgestellt. Das Büschel blondes Haar wurde einst in einem hellblauen Kuvert mit der rückseitigen Aufschrift „Frau Walch zum Anker“ aufbewahrt.

Viel weiß man heute nicht über die Haarlocke. Als Teil des Erbschaftskonvoluts kam sie nach Schwarzenberg. Johann Kauffmann, der Cousin und Vertraute der Malerin, verwaltete einst ihr Erbe. Wo und wann die Locke abschnitten wurde, von wem und für wen, ist nicht bekannt. Eine DNA-Untersuchung soll einige Fragen zum damaligen Gesundheitszustand von Angelika Kauffmann klären.

Malerin des Klassizismus

Angelika Kauffmann zählte zu den bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Zeit und erlangte internationale Bekanntheit. Sie porträtierte Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts wie etwa den deutschen Archäologen Johann Joachim Winckelmann oder den englischen Schauspielers David Garrick, war mit Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried Herder befreundet, und 1768 Gründungsmitglieder der Royal Academy of Arts in London.

Bregenzerwälder Wurzeln

Angelika Kauffmanns Vater stammte aus Schwarzenberg aus dem Bregenzerwald. Als Wandermaler kam er in die Schweizer Stadt Chur, wo Angelika Kauffmann zur Welt kam. „Sie hat eine Wanderkindheit verbracht; Graubünden, Veltlin, Mailand.“, erklärt die Kulturvermittlerin Bernadette Rüscher vom Angelika Kaufmann Museum. London und Rom wurden zum Lebensmittelpunkt der Künstlerin.

Stube mit Kachelofen

Stube mit Kachelofen

ANGELIKA KAUFFMANN MUSEUM

Eine Frau in der Historienmalerei

Neben ihren bekannten Porträts fertige Kauffmann auch Historienbilder an. „Das war eine absolute Männerdomäne und die höchste Gattung der Malkunst. Weil die eigene Fantasie des Künstlers gefragt war. Und das hat man einer Frau nicht unbedingt zugetraut.“, so Bernadette Rüscher.

Als Frau war sie jedoch vom Aktstudium ausgeschlossen und musste deshalb an Skulpturen studieren. Eine Würdigung erlangte Angelika Kauffmann in Form ihres Abbilds auf einer Serie von 100-Schilling-Banknoten, die ab den 1970er-Jahren ausgegeben wurde.

Ausstellungsansicht

ANGELIKA KAUFFMANN MUSEUM

Kunst und Geschichte

2007 wurde ein moderner Ausstellungsraum errichtet, der es erlaubt, im Angelika Kauffmann Museum wertvolle Gemälde, darunter auch internationale Leihgaben, zu zeigen. Er wurde im einstigen Wirtschaftstrakt im sogenannten „Kleberhaus“ errichtet.

Das denkmalgeschützte Bregenzerwälder Haus ist über 400 Jahre alt und beherbergt im ehemaligen Wohnbereich seit 1928 das Heimatmuseum. Es schlägt eine Brücke zur Lebensweise der lokalen Bevölkerung im 18. Jahrhundert und zeigt unter anderem die Bregenzerwälder Tracht, in der sich Angelika Kauffmann mehrmals malte.

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