Kathrin Euller

VIRGINIA PREIN

Ö1 Talentebörse

Katrin Euller, Video und Videoinstallation

Ich lebe in Wien mit zu viel Zeug und einer witzigen Hündin. Ich mag Kaffee, experimentelle Musik und Musik generell, Roadtrips und Kunst. Ich arbeite mit Sound, Text und Bewegtbild und mein Auto ist mein Laster.

Was ist Kunst?

Für mich ist Kunst eine Praxis. Was dabei rauskommt ist nur ein Teil davon. Wichtig sind mir die vielschichtige Beschäftigung mit Inhalten und Materialien, das Zulassen von Spannungen und Brüchen sowohl in der Ästhetik meiner Arbeiten als auch inhaltlich im Versuch gesellschaftliche Narrative und deren mediale Sichtbarkeiten als komplexe, ineinander krachende, miteinander verschlungene, fragmentarische und multiple, oftmals auch gewaltvolle und marginalisierende Prozesse zu untersuchen. Das kann schon mal hässlich oder bedrohlich sein. In diesen schwer aushaltbaren Ungewissheiten liegt aber vielleicht eine Chance.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Zuerst habe ich Ökologie studiert und abgeschlossen. Das war aber nicht ganz das Richtige für mich. Über die Fotografie und die Musik bin ich dann letztlich zur Kunst gekommen.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich mache Kunst weil ich es will, weil es mich fordert und weil es mich freut. Aber nicht immer, es gibt auch viele Zweifel und Ängste in der Kunstproduktion. Da ist es dann eher ein durch müssen.

Wo würden Sie am liebsten ausstellen/auftreten/inszenieren?

An vielen unterschiedlichen Orten. Durch meine Praxis befinde ich mich oft in Zwischenräumen, das gefällt mir. Also gerne in Institutionen, bei Soundfestivals, in Offspaces und in kleineren Clubs, und bei Biennalen. In der Stadt und im Dorfkino, auf der Bühne und im Ausstellungsraum.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ich freue mich über meine baldige Zusammenarbeit mit Katharina Aigner. Sie hat mich eingeladen für ihre neue Arbeit für das NS Dokumentationszentrum in München Sounds zu produzieren. Das hat mich sehr gefreut. Außerdem freue ich mich auf das Release von „Motion Sickness“, eine Publikation an der ich mit Gianna Virginia Prein gearbeitet habe und die bald bei Point Nemo Publishing erscheinen wird. In Zukunft würde ich mich auch über eine Zusammenarbeit mit anderen Musiker*innen oder Sound-Artists freuen.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Ja, und welchen Markt überhaupt würden wir gut vertragen?

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Wenn der Markt die Kunst nicht mehr verträgt wird es interessant.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Kaffee, Equipment und Wohnen. Auch wenn das nicht die ganze Wahrheit ist.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Wo weiß ich nicht. Aber hoffentlich mit spannenden Kollaborationen, umgeben von lieben Menschen und zufrieden mit meinen bisherigen Entscheidungen. Ein bisschen Erfolg mit der Kunst wäre aber schön.

Haben Sie einen Plan B?

Eher nicht.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Beim Steuerberater.

Wollen Sie die Welt verändern?

Veränderungen fände ich schon ganz gut. Das wird aber bestimmt keine One-Woman-Show werden.