Harald Hieronymus Hein

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Ö1 Talentebörse

Harald Hieronymus Hein, Bassbariton

Ich bin ein offener, lebensfroher Mensch und manchmal auch ein komischer Vogel. Meine größte Leidenschaft ist das Singen und Performen, wobei ich sehr neugierig auf Neues bin und gerne mit Klängen und Stilen experimentiere. Ich mag den Trubel mit spannenden Persönlichkeiten, genieße aber auch die Stille und die Einsamkeit.

Was ist Kunst?

Alles kann Kunst sein, wenn man dem "Etwas" den entsprechenden Fokus schenkt und einen Raum dafür öffnet. John Cage sagte einmal: "Wenn man durch eine Tür geht, dann geht man durch eine Tür. Wenn man aber durch eine Tür geht und dies zelebriert, dann ist es Kunst".

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Das Singen und die Lust, in andere Rollen zu schlüpfen, ist schon im Kindergartenalter "aus mir gekommen". Es war einfach da ohne einen richtigen Auslöser und hat mich innerhalb meines musikalischen Werdeganges zu weiteren Bereichen wie Theater und Tanz geführt. Ein Moment, in dem ich zum ersten Mal das Gefühl von „Wow! Ich kreiere gerade ein Kunstwerk" bewusst spürte, war während der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfungen zum Bachelor-Gesangsstudium, als ich mit einem Korrepetitor am Schubertlied "Schäfers Klagelied" arbeitete.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Kunst kommt von allen drei Dingen. Voraussetzung von Kunst ist aber vor allem auch, den Mut zu haben seine künstlerischen Ideen in die Tat umzusetzen.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Überall

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Mit Menschen, die mich inspirieren, anspornen und herausfordern; die einen dazu bringen, etwas aus einem neuen Blickwinkel zu betrachtenden, den Horizont zu erweitern; auf die man sich verlassen kann, die professionell, zuverlässig und hilfsbereit sind, offen für Neues und fürs Ausprobieren sind, die herzlich und sympathisch, intelligent aber auch eine Spur verrückt sind, auch in stressigen Momenten ihren Sinn für Humor nicht verlieren; mit denen man auch außerhalb der Arbeit eine schöne Zeit verbringen kann und Freunde fürs Leben werden.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Nur bis zu dem Grade, dass die Ergebnisse der Kunst unabhängig von den Interessen des Marktes bleiben.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Da kann man kein Limit setzen. Eine große Kunstvielfalt mit stetiger Entwicklung von neuen Kunstformen müsste im Interesse des Marktes sein, da dies mit einer Vergrößerung des Marktumfeldes und einer Erweiterung der Zielgruppe einhergeht.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für ein Zugticket Richtung Heimat.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Hoffentlich in einem Rückblick auf die vergangenen 10 Jahre, wo ich sagen kann: "Non, je ne regrette rien".

Haben Sie einen Plan B?

Mein Plan B ist, zum Plan A zu gelangen - viele Wege führen nach Rom.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Ich habe leider einen sehr schlechten Orientierungssinn, wodurch ich es schaffe, mich regelmäßig selbst an mir sehr vertrauten Orten, oder auch in Gebäuden, zu verlaufen. Das ist mir immer wieder sehr unangenehm, hat allerdings auch seine positive Seite: Dadurch entdecke ich immer wieder interessante Orte, wo ich auf "normalem Wege" wahrscheinlich nicht hingefunden hätte.

Wollen Sie die Welt verändern?

Kunst hat durch ihre Eigenschaft, dass sie stark polarisieren kann, durchaus das Potenzial die Welt zu verändern. Dieser Macht muss man sich als Kunstschaffender bewusst sein. Wir haben auf der Bühne die Möglichkeit, in den Zuschauern Freude, Wut, Schmerz, Trauer, Angst, Sehnsüchte, Inspiration und vieles mehr auszulösen. Was die Menschen nach einer Vorstellung für sich mitnehmen und inwiefern sich das auf ihr Handeln und ihre Denkweise ausübt, kann man nicht kontrollieren. Man kann nur hoffen, dass das Resultat zu etwas Gutem führt.