Antonio Banderas und Penelope Cruze

IFC FILMS

"Der beste Film aller Zeiten"

Satire mit Antonio Banderas

Wenn ein Hollywood-Filmstar und eine lebende Theaterlegende erstmals zusammenarbeiten sollen, kann dabei nur ein Desaster herauskommen, oder: "Der beste Film aller Zeiten", das neue Werk von Gastón Duprat und Mariano Cohn - prominent besetzt mit Penelope Cruz, Antonio Banderas und dem Argentinier Oscar Martinez.

Was schenkt man sich als Milliardär ohne Ahnung von Kunst aber mit viel Geltungsdrang zum 80er? Einen Film, beschließt Humberto Suárez, Chef eines Pharmakonzerns, und zwar den besten aller Zeiten. Also kauft er das Buch eines Literaturnobelpreisträgers, engagiert die exaltierteste Regisseurin des Gegenwartskinos und die zwei größten Schauspieler gleich mit dazu.

Ihre völlig gegensätzlichen Ideologien, Lebensanschauungen, Karrieren und Charaktere sind gewissermaßen schon die halbe Miete - Antonio Banderas und sein argentinischer Kollege Oscar Martínez kosten fast zwei Stunden lang alle Klischees und Stereotype ihrer Zunft genüsslich aus, spielen mit Manierismen, Ticks und anderen Tücken, während sie von Penelope Cruz als durchgeknallter Regisseurin Lola Cuevas im Stil einer 80er-Jahre-Popikone rundweg torpediert werden.

Antonio Banderas und Penelope Cruz

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Geschredderte Egos & überbordende Spielfreude

Freilich mache sie das ausschließlich im Dienst der Kunst, betont Cruz alias Cuevas, und diese Dienstfertigkeit verlangt ihren Tribut. So liefert das Trio wohl eine der lustigsten und zugleich schmerzhaftesten Metaphern des Filmbusiness, wenn Cuevas die Rivalen in Frischhaltefolie zusammenwickelt und im Zuschauerraum platziert, während sie auf der Bühne ihre Trophäen in den Schredder wirft. Was für ein symbolträchtiger Akt.

Und dennoch, es folgen ihm derart viele weitere symbolgeladene Szenen und Momente, dass das gesamte Geschehen allmählich vorhersehbar und denkbar unoriginell wird, wäre da nicht das kongeniale Trio Banderas, Martínez und Cruz, das schon am Drehbuch mitschrieb, wie Co-Regisseur Mariano Cohn erzählt: "Wir Regisseure haben sie als Komplizen betrachtet und ihnen auch beim Dreh möglichst viel Freiraum gelassen. Wir hatten bis zu 13 Minuten lange Takes ohne Cut, um den Fluss nicht zu unterbrechen und ihre Spontanität einzufangen."

Vergnügliche Insider-Komödie

Der überbordenden Spiellust setzt das Regieduo eine subtile Bildsprache entgegen: Geprobt wird im riesigen Anwesen des Multimillionärs, das an ein leergeräumtes Museum für zeitgenössische Kunst erinnert und in Totalaufnahmen den idealen Kontrast zu den emotionsgeladenen Gesichtern liefert.

Dieser Gegensatz ist als Fundament sehr klug und durchdacht, allerdings bröckelt über ihm bisweilen der Verputz des satirischen Filmgebäudes. Hinter manchem Stuck hätte man gern eine dickere Mauer, hinter manchem Riss einen tieferen Abgrund gesehen als die schwarzhumorige Oberflächlichkeit dieser Produktion.

Als sommerliches Kinovergnügen taugt diese feine, schwarzhumorige Satire allemal, vor allem angesichts ihrer genialen Darsteller. Da erscheint der fehlende Tiefgang nicht weiter schlimm, zumindest nicht so schlimm wie die vor Plattitüden und Übersetzungsfehlern strotzende deutsche Synchronfassung.

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