Friedenstaube und Stacheldraht

ORF/ISABELLE ORSINI-ROSENBERG

Ö1 Podcast

Krieg und Frieden

Es ist der 24. Februar 2022. Das, was viele niemals für möglich gehalten, wovor aber Expert:innen und Geheimdienste eindringlich gewarnt haben, ist Wirklichkeit geworden: Krieg in der Ukraine, Krieg auf europäischem Boden. Mit im Paket: die Angst. Wie also sollen wir umgehen mit diesem Krieg und seinen Folgen? Wie umgehen mit der Angst? Meine Strategie: völkerrechtliche und ethische Fragen stellen, und die Antworten zu einem Podcast verarbeiten.

In der ersten Staffel, die aus zehn Folgen besteht, dokumentieren wir den gesellschaftlichen Diskurs, der sich im Kriegsverlauf verändert und weiterentwickelt hat.

Ich beschäftige mich mit dem Gewaltverbot, das die Vereinten Nationen festgeschrieben haben, und dem Selbstverteidigungsrecht der Ukraine, und ich frage, wer eine Flugverbotszone einrichten dürfte und könnte - ein Thema, das vor allem zu Beginn des Kriegs für die Ukraine den entscheidenden Unterschied gemacht hat.

Hat Tyrannenmord eine völkerrechtliche Legitimation?

Außerdem sehen wir uns die Diskussionen in den sozialen Netzwerken näher an und fragen, ob der Tyrannenmord eine völkerrechtliche Legitimation hat - Achtung Spoiler: ja - und ob das Grundprinzip des Pazifismus gescheitert ist. Wir befassen uns mit den Regeln im Krieg, der Rolle der russisch-orthodoxen Kirche und dem Blutbad von Butscha als erstem Wendepunkt in diesem Krieg.

Können Waffen Frieden bringen?

Waffenlieferungen und Wirtschaftssanktionen der westlichen Staatengemeinschaft beschäftigen uns ebenso wie die Frage, ob Waffen Frieden bringen können und wo die Grenze zwischen Krieg und Terrorismus verläuft, angesichts der Kriegsgräuel in den Vororten von Kiew oder Mariupol.
Noch nie wurden Kriegsverbrechen übrigens so gut dokumentiert wie in der Ukraine. Schon von Beginn an wurden von Organisationen wie UN und OSZE Beweise gesichert, wichtig für die Aufarbeitung nach dem Krieg. Und last, but not least frage ich, unter welchen Voraussetzungen ein Waffenstillstand und ein dauerhafter Frieden zustande kommen können.

Die zweite Staffel

Antworten auf all meine Fragen liefern unter anderen Friedens-, Konflikt- und Kriegsforscher:innen, Völkerrechtsexpert:innen, katholische Theolog:innen und Ethiker:innen, eine Militärwissenschafterin und eine OSZE-Beobachterin, die sieben Jahre lang in der Ukraine gelebt hat.

In der zweiten Staffel werden wir die aktuellen Entwicklungen thematisieren. Wir fragen, wann die Solidarität mit dem kriegsgeplagten Land zu bröckeln begonnen hat. Wir beleuchten die Diskussionen über die Gasversorgung sowie den Kampf um die Herrschaft über die ukrainischen Atomkraftwerke. Viele Fragen mehr wird der Krieg im Laufe des Herbstes aufwerfen - Ende vorerst nicht absehbar.

Gestaltung: Susanne Krischke