
DYNAMOWIEN/FLORIAN JUNGWIRTH/HANNA HABÖCK
30. April 2025
Der Ö1 Jazztag
Jazz ist die Kunst des Moments, spontan generiert und am besten im Augenblick des Entstehens gehört und genossen, so sagt man. Und so ist die abendliche Live-Konzert-Sendung seit der Erstauflage des Ö1 Jazztags am 30. April 2016 eines seiner Herzstücke.
26. März 2025, 18:12
Im besten Hauptabendprogramm, ab 19.30 Uhr, werden zwei Konzerte aus einem renommierten österreichischen Jazzclub übertragen, der damit auch als verdienstvoller Musiknahversorger gewürdigt werden soll. Nach dem Porgy & Bess (Wien), dem Stockwerk (Graz) und dem Jazzland (Wien) ist heuer erneut das Salzburger Jazzit Schauplatz zweier via Ö1 in ganz Österreich - und drüber hinaus - zu erlebender, hochkarätiger Jazz-Sets.
Zu Gast ist am 30. April 2025 zum einen die bahrainisch-britische Trompeterin Yazz Ahmed, die im Duo mit Vibrafonist Ralph Wyld psychedelisch-orientalische Jazz-Soundscapes choreografiert. Und zum anderen das von zwei international bekannten Salzburger Lokalmatadoren, Saxofonist Fabian Rucker und Pianist Philipp Nykrin, geleitete Quartett Purple Muscle Car, das mit zwei prominenten "Einspringern" auf der Bühne steht: Trompeter Thomas Gansch und Schlagzeuger Mario Lackner.
Ö1 Jazzstipendium
In der Pause wird - ebenfalls live on air - wiederum das Ö1 Jazzstipendium 2025 an den/die Gewinner:in überreicht, ein Studium an der Jam Music Lab Private University in Wien plus eine CD-Produktion bei Quinton Records.
Die Völker verbindende Kraft des Jazz
Warum passiert all das, warum passiert der Ö1 Jazztag jedes Jahr am 30. April? Ganz einfach: Die Generalversammlung der UNESCO erklärte 2011 den 30. April zum "International Jazz Day", um die so vielfältige Musik als eine Völker verbindende Kraft zu würdigen, die für Dialog und wechselseitigen Respekt steht. Jedes Jahr am 30. April wird das von prominenten Musiker:innen rund um Pianist und UNESCO-Goodwill-Botschafter Herbie Hancock bestrittene offizielle Hauptkonzert in einer anderen Stadt ausgetragen: Anno 2025 ist Abu Dhabi an der Reihe, und lokale Veranstalter auf allen fünf Kontinenten klinken sich mit eigenen Initiativen ein.
Programmübersicht
Auf Ö1 stehen am Ö1 Jazztag so gut wie alle Sendungen im Zeichen des Jazz, von der "Nachtmusik" und "Guten Morgen mit Ö1" bis hin zur finalen Sonderausgabe der "Jazznacht", in der Christian Bakonyi heuer den Musikkabarettisten Christof Spörk zum Gespräch bittet.
Weitere Programmhöhepunkte sind eine musikreiche Ausgabe von Diagonal (10.05 Uhr) mit dem Musikjournalisten Peter Kemper, der in seinem Buch "The Sound of Rebellion" den politischen Aspekt des Jazz betont. Die extralange Ausgabe des "Ö1 Konzerts" (14.05 Uhr) bringt Musik von Trompeter und Komponist Wynton Marsalis, aufgenommen mit seinem Jazz at Lincoln Center Orchestra sowie dem RSO Wien. In "Im Fokus - Religion und Ethik" (16.05 Uhr) verhandelt Johannes Kaup das Thema "Spiritualität im Jazz".
Während sich "Punkt eins" und die "Spielräume" am Ö1 Jazztag in den ORF-Schwerpunkt "80 Jahre Zweite Republik" einklinken und die Nachkriegsjazzszene beleuchten: Erstere Sendung im Gespräch zwischen dem 88-jährigen Wiener Saxofonisten und Zeitzeugen Heinz von Hermann und der an der Musikuniversität Wien lehrenden Jazzwissenschaftlerin Magdalena Fürnkranz, zweitere mit Musik von Saxofonist Hans Koller, Klarinettist Fatty George sowie Pianist Joe Zawinul und den Austrian All Stars.
Ein weiterer Beitrag dazu ist zudem die in Zusammenarbeit von ORF-Kultur und Ö1 Jazzredaktion entstandene Fernseh-Doku "Jazz in Österreich - Von der Befreiung zum Neubeginn", die am 27. April um 22.30 Uhr in ORF 2 zu sehen sein. Der Jazz als Musik, die - auch innerhalb des ORF - Grenzen überwindet!