Illustration einer Zecke

ORF/ISABELLE ORSINI UND ROSENBERG

Radiokolleg

Mitläufer in der Insektenwelt

Im Ö1 Insektarium haben wir über Insekten berichtet, die Wasser für die Reproduktion brauchen, über Insekten, die von der Lichtverschmutzung betroffen sind, über Krabbler in der Wohnung, über Insekten, die vom Menschen gegessen werden und solche, auf deren Speiseplan der Mensch steht. Wir beenden diese Serie mit der 14. Staffel und tun dies mit einem Schmunzeln. Immer wieder wurden wir gefragt, warum wir nicht über Zecken, Milben oder Spinnen berichten. Die Antwort ist: weil sie keine Insekten sind. Doch zum Abschluss werden wir in der närrischen Jahreszeit einige dieser "Mitläufer" vorstellen.

Seit drei Jahren stellen wir im „Ö1 Insektarium“ in Österreich heimische Insekten vor. Die Motivation dazu kam aus den Ergebnissen von österreichweiten Insektenscreenings, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Außerdem alarmierten uns Aussendungen von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der Universität für Bodenkultur, der Uni Wien, vor allem der Abteilung für Limnologie, aber auch Ergebnisse von Messungen, wie sich Lichtverschmutzung auf Insekten auswirkt, sowie alarmierende Informationen aus dem Naturhistorischen Museum und der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Eingeschleppte Insekten und veränderte Umweltbedingungen

Grundtenor war einerseits: Die Insektenwelt wandelt sich derzeit besonders rasch. Sogenannte Neozoen - aus anderen Weltregionen eingeschleppte Tiere - breiten sich in Österreich aus und verdrängen heimische Arten, sind eventuell sogar deren Fressfeinde und bringen Krankheiten mit, die Mensch und Tier gefährlich werden können.

Andererseits leiden Insekten ganz besonders unter den sich verändernden Umweltbedingungen. Künstliches Licht bei Nacht bedeutet für viele Insektenpopulationen den Tod, da sie Lichtreflexe auf dem Asphalt für Mondlicht auf Wasseroberflächen halten und ihre Eier im Trockenen ablegen, aber auch, weil sie nachtaktiv sind, das künstliche Licht als Sonne wahrnehmen und einschlafen. Diese Insekten verhungern einfach oder paaren sich nicht mehr.

Austrocknende Feuchtgebiete und künstlich trocken gelegte Auwälder führen zu schwindenden Insektenpopulationen - was sich wieder auf die Singvögel auswirkt, die kein Futter für ihre Jungen finden. Und die industrielle Landwirtschaft führt zum Verschwinden der für den Boden so wichtigen Dungkäfer.

Interessante Details und originelle Informationen

Neben den Umweltproblematiken blickten wir auch auf Krabbler in der Wohnung, auf Holzschädlinge, auf Insekten in Museen und Archiven oder stellten Insekten vor, die vom Menschen gegessen werden - und solche, auf deren Speiseplan der Mensch steht.

Ganz besonders faszinierend waren für uns Journalistinnen und Journalisten die Begegnungen mit den Entomologinnen und Entomologen, also jenen, die sich mit Insekten beschäftigen. So viel Begeisterung für das eigene Fach, so viele interessante Details und originelle Informationen rund um ein Thema habe ich persönlich selten erlebt - die Recherchen waren (bis auf die Außenaufnahmen in Sachen Gelsen ... autsch) immer unglaublich lehrreich und vergnüglich.

Das Ö1 Insektarium geht in die letzte Runde

Nun ist es Zeit, die Serie zu beenden. Wir tun dies ein bisschen wehmütig, diesen spannenden Pfad zu verlassen, verabschieden die Tierchen aber auch mit einem Schmunzeln, immerhin ist Fasching. Immer wieder wurden wir gefragt, warum wir nicht über Zecken, Milben oder Spinnen berichten. Die Antwort ist einfach: weil diese Tiere keine Insekten sind.

Doch jetzt, in der „närrischen Zeit“ werden wir einige dieser „Mitläufer“ vorstellen: Zecken, Lieblingsfeinde des Menschen im Sommer, gehören zu den Milben und Milben sind Spinnentiere. Deutliches Unterscheidungsmerkmal: Insekten haben sechs Beine, Spinnen jedoch acht. Damit die Sache nicht allzu einfach wird, haben allerdings mache dieser Tiere im Nymphenstadium nur sechs Beine - denn viele von ihnen durchlaufen ebenso wie die meisten Insekten eine Metamorphose. Erst im letzten - adulten - Stadium haben die Tiere acht Beine.