Julius von Bismarck

Katja Strempel

Julius von Bismarck: Kartographie der Katastrophe

Er peitschte auf die Felsen eines alpinen Bergmassivs ein, erfand mit seinem "Fulgurator" eine Geheimwaffe für ausgekochte Medien-Guerilleros und installierte am Wienerberg einen 8 Meter hohen Smiley, der anzeigt, wie sich die Wiener gerade fühlen. Julius von Bismarck schafft einprägsame Bilder, die in den öffentlichen Raum ausstrahlen.

Studiert hat der 42-Jährige bei Olafur Eliasson, seine Themen findet der Deutsche abseits zeitgeistiger Debattenfelder. Das Kunsthaus Wien widmet von Bismarck derzeit unter dem Titel "Normale Katastrophe" eine große Schau, die zeigt, dass die Kunst des Experiments auch sinnliche Qualitäten entfalten kann. Risiken und Nebenwirkungen des viel zitierten Anthropozän sind dieser Tage auch in der Kunstwelt in aller Munde. Auf die Welle der aktuellen Themenkonjunktur will Julius von Bismarck nicht aufspringen. Die Hybris des Menschen im Angesicht der Naturgewalt ist dennoch ein Thema, das sich leitmotivisch durch seine Arbeit zieht.

Christine Scheucher

Service:
Kunsthaus Wien

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