Mitsuko Coudenhove-Kalergi - Gemälde (Ausschnitt) von Carl Theodor von Blaas

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Mitsuko Coudenhove-Kalergi - Zwischen Japan und (Alt-)Österreich

Mitsuko ist nach Japans Öffnung 1868 eine der ersten Japanerinnen in Europa, und die erste Japanerin, die einen europäischen Adeligen - Heinrich v. Coudenhove-Kalergi - heiratet. Mitsuko steht symbolisch für Japans Öffnung nach 260-jähriger Abschottung.

Mitsuko Aoyama wird 1874 in Tokyo geboren. Dort lernt sie - unter nicht ganz geklärten Umständen - den um 15 Jahre älteren österreichisch-ungarischen Diplomaten Heinrich Coudenhove-Kalergi kennen. Die beiden heiraten und bekommen noch in Japan die Söhne Richard (den späteren Gründer der Paneuropabewegung) und Johannes. Nach dem Tod seines Vaters muss Heinrich den Familienbesitz in Ronsperg in Böhmen übernehmen, er geht zurück nach Europa. Mitsuko ahnt nicht, dass sie ihre Heimat nie wieder sehen wird. In Ronsperg ist Mitsuko 1896 als Japanerin eine Sensation. Sich in Europa zu behaupten, ist für die junge Frau ein Kraftakt. In Böhmen bringt sie in kurzer Zeit weitere fünf Kinder zur Welt. Nach dem frühen Tod Heinrichs 1906 übernimmt Mitsuko gegen den erbitterten Widerstand der adeligen Verwandtschaft, die Verwaltung der Güter und zieht ihre 7 Kinder allein auf. 1941 stirbt sie in Mödling, nach mehreren Schlaganfällen, vielleicht auch am lebenslangen Heimweh nach Japan.

Judith Brandner

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