Sermilik-Forschungsstation der Uni Graz in Ostgrönland

APA/UNI GRAZ/ANDREAS TRUEGLER

Thementag | 23. Juli 2026

Ö1 in der Arktis

Wie Forschung unter den extremen Bedingungen der Arktis abläuft, welche Herausforderungen der Alltag am Rande des ewigen Eises mit sich bringt und welche Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen, ist Gegenstand des Ö1 Thementags "Ö1 in der Arktis" am 23. Juli. Wissenschaftsredakteur Paul Sihorsch begleitet dafür eine Forschungsgruppe ins vermeintlich ewige Eis und berichtet live von Österreichs Arktis-Station in Ostgrönland.

Die Hektik des Alltags bleibt zurück, und die wesentlichen Fragen des Lebens rücken in den Fokus - eingebettet in die schier unendliche Natur des Hohen Nordens. Die Arktis übt auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Sie ist wild und unberechenbar, zugleich aber ruhig, kraftvoll und vielfältig. Nicht erst seit heuer ist der Hohe Norden zudem geopolitisch von großem Interesse und zunehmend Schauplatz internationaler Machtdemonstrationen. Ö1 widmet den nördlichsten Gegenden der Erde daher einen eigenen Thementag: "Ö1 in der Arktis" am 23. Juli.

Paul Agamemnon Sihorsch

ORF

Paul Sihorsch hat neben der Arktis auch ein Faible für die Astronomie.

Ö1 live aus Grönland

Wissenschaftsredakteur Paul Sihorsch begleitet dafür eine Forschungsgruppe ins vermeintlich ewige Eis und berichtet live von Österreichs Arktis-Station in Ostgrönland. Sie dient 15 Studierenden als Basis für ihre Feldarbeit am Rand des Inlandseisschilds der größten Insel der Welt. In unterschiedlichen Forschungsfeldern wollen die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Erkenntnisse gewinnen. Getrieben wird die Forschung vor allem von der Klimaerwärmung, die im Hohen Norden besonders deutlich sichtbar wird. Die Arktis erwärmt sich etwa viermal schneller als andere Regionen der Erde und gilt damit als Frühwarnsystem des globalen Klimaerwärmung.

Empfindliches Ökosystem

Direkt vor der Haustür der Forschungsstation zeigen sich die Veränderungen eindrucksvoll: Der dortige Gletscher hat sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv zurückgezogen - wie viele andere Gletscher in Grönland. Die komplexen Veränderungen im Hohen Norden machen interdisziplinäre Forschung notwendig. Eisberge, Gletscherbewegungen, Flora und Fauna sowie die Auswirkungen auf das empfindliche Ökosystem werden während der einwöchigen Exkursion genau untersucht. Die Forscherinnen und Forscher sammeln Daten, entnehmen Proben und dokumentieren Veränderungen in einer Region, die sich besonders rasant wandelt. Ostgrönland ist zudem die Wetterküche Europas und auch deshalb eine interessante Gegend für Forschende.

Arktis

Blick auf die Sermilik-Forschungsstation der Uni Graz in Ostgrönland kurz vor deren Fertigstellung im Jahr 2025. Rund 20 Forschende finden hier Platz zum Leben und Arbeiten.

APA / UNI GRAZ / ANDREAS TRUEGLER

Intensiver Forschungssommer steht bevor

Wenn die Mitternachtssonne über Grönland steht, beginnt die Hochsaison der internationalen Forschungsgruppen. Tasiilaq, der der Forschungsstation nächstgelegene Ort, ist regelmäßig Ausgangspunkt für Expeditionen in die umliegende Fjordlandschaft und auf das Eis. Auch das Haus der Universität Graz ist in den Sommermonaten stark gefragt - ein intensiver und ereignisreicher Forschungssommer steht bevor. Gruppen aus aller Welt haben sich angekündigt, um in Ostgrönland zu arbeiten. Ob die Saison erfolgreich verläuft, hängt allerdings nicht zuletzt vom Wetter ab. Die Arktis bleibt unberechenbar: Regional besonders starke Winde oder schlechtes Wetter können Expeditionen jederzeit erschweren oder verzögern.

Ö1 Thementag

Wie Forschung unter den extremen Bedingungen der Arktis abläuft, welche Herausforderungen der Alltag am Rande des ewigen Eises mit sich bringt und welche Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen, hören Sie am Ö1-Thementag "Ö1 in der Arktis" am 23. Juli. Paul Sihorsch berichtet den ganzen Tag aus Ostgrönland. Die Sendungen "Punkt eins" und "Journal Panorama" stehen ganz im Zeichen des Hohen Nordens. Musikalisch begleiten arktische Klänge durch den Tag, und bereits im Vorfeld gibt das "Radiokolleg" spannende Einblicke in Geopolitik, Klimaforschung, Wirtschaft und die gesellschaftlichen Veränderungen in den nördlichsten Regionen der Erde.