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ARS ELECTRONICA/VANESSA GRAF

Linz

Ars Electronica 2026: "Negotiating Humanity"

Unter dem Motto "Negotiating Humanity" startet am 9. September das diesjährige Ars Electronica Festival an mehr als 40 Schauplätzen mitten in Linz. Das Festival wandert von der nicht mehr verfügbaren Postcity als zentralem Ort des Geschehens in die Innenstadt.

Foto: Logo der Ars Electronica

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Um die Orientierung in dem großen Programmangebot und den Standorten zu erleichtern, sind die Spielorte in drei Cluster, sogenannte "Hubs", zusammengefasst: Der OK-Platz, der auch als zentrale Ausgangsposition für die Rundgänge dient, der JKU-Campus der MedUni sowie das "Danube Triangle" mit AEC, Lentos und den beiden Kunstuni-Brückenkopfgebäuden.

Rundgang durch die Krisen der Welt

Die Themenschau des Festivals besteht erstmals aus drei hochkarätigen Ausstellungen. Im Lentos Kunstmuseum sind Projekte des Prix Ars Electronica sowie des S+T+ARTS Prizes '26 zu sehen, die den "techno-kapitalistischen Fortschritt" thematisieren sowie aktuelle geopolitische Krisen, den Klimawandel sowie unsere Wahrnehmung der Welt. Im OK Quarter startet der neue "Festival Walk" einen Rundgang zur Erkundung von acht ungewöhnlichen Orten und fragt nach "Wahrheiten" und konstruierten Wirklichkeiten. Ebenfalls dort lädt man auf den Dachboden des Ursulinenhofes zur dritten Ausstellung. Dort wendet sich das Festival unter dem Titel "Negotiating Beyond Humanity" den mehr-als-menschlichen Wesen zu, Mikroben, Flüssen, Wäldern und vielen Ökosystemen mehr.

Flood the Zone with Courage

Unter diesem Motto wird an den fünf Festivaltagen auf dem Linzer Hauptplatz unter Federführung der Kunstuniversität "eine offene Infrastruktur des demokratischen Verhandelns" in Szene gesetzt. Gemeinsam mit dem Zirkus des Wissens der JKU und Attac Österreich soll hier Konfliktfähigkeit nicht bloß gefordert, sondern konkret erprobt werden.

Prix Ars Electronica: Die goldenen Nicas

Die Siegerarbeiten des Prix Ars Electronica 2026 stellen sich allesamt den großen Konflikten und Umbrüchen unserer Zeit. Der Preis in der Kategorie "interactive art+" ging an die britische Gruppe Forensic Architecture für "A Cartography of Genocide: Israel's Conduct in Gaza Since October 2023", das aus Open-Source-Material eine Art interaktive Karte mit den Handlungen Israels in Gaza erstellt hat.

"Wenn der Prix ein Trendbarometer der Gesellschaft ist, dann ist das Festival heuer mit Sicherheit das Brennglas", sagte so Ars-Electronica-Direktor Gerfried Stocker. Der eigentliche Krieg und Terror, das Leid der Bevölkerung sei ein paar Tausend Kilometer entfernt, aber der Konflikt, wie wir darüber sprechen, wie wir damit umgehen, sei mitten in unserer Gesellschaft.

Goldene Nicas

Die goldenen Nicas

Tom Mesic

Insgesamt wurden 4.329 Arbeiten aus 106 Ländern eingereicht. In New Animation Art (1.144 Einreichungen) gewann "Deer Hunter" des US-Amerikaners Andrew Herzog. Herzog nutzt in dem 30-minütigen Film dokumentarisches Archivmaterial und KI-generiertes "um eine hochkomplexe, sensible Geschichte zu erzählen"; die seiner aus Italien in die USA ausgewanderten Familie im Kontext von Männlichkeit, Migration und dem Vergleich von Mussolinis Faschismus mit heutigen Bewegungen in den USA, so Stocker.

Im Jugendwettbewerb U19-create your world (674 Einreichungen) ging der Hauptpreis an "Reverse Rendering" von Jannis Berner aus Wien. Er experimentiert anhand des Bildes eines Schulsessels mit verschiedenen Ebenen und Oberflächen und übersetzt dabei digitale Logik in analoge Wahrnehmung.

Die Verleihung der Preise erfolgt am 10. September ab 19:30 Uhr.

Das Ars Electronica Symposium erstreckt sich heuer über fünf Tage voller Gespräche und Debatten über die Konflikte, die unsere Welt prägen.

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