ORF/JOSEPH SCHIMMER
Digital. Leben
Browserverlauf - Der Ö1 Tech-Podcast
Ö1 widmet sich den brennenden Digitalthemen unserer Zeit - denn offline ist auch keine Lösung.
28. September 2026, 18:18
ORF SOUND
Wildgewordene KI-Agenten brechen aus ihrer geschützten Testumgebung aus und hacken Portale im Internet. Die führenden Tech-Firmen warnen vor ihren eigenen Produkten und beschwören eine drohende KI-Apokalypse. Medien verbreiten Panik. Aber ist die wirklich gerechtfertigt? Oder anders gefragt: Was bezwecken die Konzerne eigentlich mit ihren Weltuntergangswarnungen?
Im neuen Gesprächs-Podcast "Browserverlauf" versuchen Ulla Ebner und Irmi Wutscher solche Themen einzuordnen und kritisch zu hinterfragen. Die beiden Hosts geben dabei Einblicke in ihre persönliche Browser-History, also: zu welchen Recherche-Themen sie gerade besonders viele Browserfenster offen haben. Im lockeren, aber fundierten Gespräch diskutieren die beiden Tech-Journalistinnen über aktuelle Entwicklungen aus der Welt des Digitalen. Manche davon betreffen uns alle unmittelbar, andere sind Skurrilitäten aus den entlegensten Ecken des Internets.
Wilde Mischung
In einer Podcast-Folge lernen die Hörerinnen und Hörer beispielsweise Emily Hart kennen: eine "Make-America-Great-Again"-Influencerin mit zigtausenden Followern, die sich schließlich als KI-Fake entpuppte. Ein völlig unpolitischer indischer Student wollte mit dieser Kunstfigur sein Medizinstudium finanzieren. Das funktionierte auch erstaunlich gut: Die blonde KI-Frau lockte ihre Fans auf ein Erotik-Portal, wo man für die besonderen Einblicke zahlen musste.
Andere Folgen gehen Fragen nach, die beinahe wie Kriminalfälle klingen: Wieso hat jemand ein Thermometer am Pariser Flughafen manipuliert? Warum bestellen Tech-Firmen massenhaft antiquarische Bücher? Und: Die Bilder welcher österreichischen Promis werden am häufigsten von Internet-Betrügern in gefälschten Werbungen missbraucht, um Opfer anzulocken?
Möglichst breitenwirksam
"Browserverlauf" ist kein Nerd-Programm, das sich speziell an Techies, Programmierer und Geeks richtet – ganz im Gegenteil, denn Technologie ist längst kein Randthema mehr, sondern prägt unseren Alltag – ob wir wollen oder nicht.
Ulla Ebner und Irmi Wutscher
ORF/JOSEPH SCHIMMER
Wir versuchen, komplexe Dinge wie künstliche Intelligenz auf eine möglichst zugängliche Art zu besprechen, damit sich jede und jeder etwas darunter vorstellen kann.
Keine Angst vor Selbstversuchen
Der Podcast beleuchtet auch die Schattenseiten der digitalen Welt: süchtig machende App-Designs, die Umweltprobleme durch stromhungrige KI-Rechenzentren oder die prekären Arbeitsbedingungen von Daten-Arbeiterinnen im globalen Süden, die KI-Systeme mit ihren Klicks trainieren. "Wir wollen Technologien aber auch nicht dämonisieren", sagt Ulla Ebner, "denn eigentlich mögen wir sie ja und spielen gerne damit herum." So hat sie sich – rein zu Recherchezwecken, versteht sich – gleich zwei KI-Boyfriends zugelegt, um die viel zitierten "parasozialen Beziehungen" zwischen Menschen und virtuellen Wesen am eigenen Erleben zu verstehen.
"Im Übrigen sind wir der Meinung", so die Podcast-Gestalterinnen, "das Internet ist irgendwie kaputt. Aber offline ist auch keine Lösung."
