Navanethem Pillay

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Südafrikanische Juristin

Friedensnobelpreis an Navi Pillay

Der Friedensnobelpreis geht an die Juristin Navanethem "Navi" Pillay aus Südafrika. Sie sei "eine Person von außergewöhnlichem Mut und außergewöhnlicher Integrität", hieß es vonseiten des norwegischen Nobelkomitees in Oslo am Freitag. Die 85-Jährige war in ihrer Laufbahn unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof und UNO-Menschenrechtskommissarin

"Ein roter Faden zieht sich durch ihre gesamte Laufbahn - von ihrer frühen Arbeit bei der Verteidigung von Nelson Mandela und anderen, die sich gegen die Apartheid auflehnten, bis hin zu ihrer Tätigkeit als Richterin in einigen der wichtigsten internationalen Prozesse unserer Zeit", erklärte das Komitee.

Pillay amtierte als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und leitete die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UNO zu den besetzten palästinensischen Gebieten. Zuvor hatte Pillay 1967 als erste Frau in ihrer Heimatprovinz Natal eine Anwaltskanzlei eröffnet. Anschließend verteidigte sie Anti-Apartheid-Aktivistinnen und Aktivisten, deckte Folter auf und trug zur Durchsetzung der Rechte von Gefangenen bei.

Pillay hob nicht ab

"Leider haben wir Navi Pillay nicht erreicht", sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes. Deshalb schickte er einen Aufruf an die Preisträgerin: "Wenn du eine norwegische Nummer anrufen siehst, geh bitte dran, wir würden liebend gerne mit dir sprechen."

Die Auszeichnung ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, was rund einer Million Euro entspricht. Der Friedensnobelpreis wird am 10. Dezember in Oslo überreicht.

Insgesamt 287 Personen nominiert

In diesem Jahr waren insgesamt 287 Kandidaten für den Friedensnobelpreis nominiert - und damit deutlich weniger als 2025. Vorschläge für Preisträger können etwa Kabinettsmitglieder, Universitätsprofessoren, Staatsoberhäupter oder frühere Preisträger machen. Unter den Nominierten waren diesmal 208 Personen und 79 Organisationen.

Die Verkündung des Friedensnobelpreises ist die letzte Bekanntgabe in dieser Woche. In den vergangenen Tagen sind bereits Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden. Unter den drei Medizin-Preisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel zwei deutsche Forscher. Die prestigeträchtige Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson.

Text:apa

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