APA-IMAGES/CARO/ECKELT
Radiokolleg | 12.10.2026
Im Fluss - die Moldau entlang (1)
Vom Böhmerwald bis nach Zlata Koruna
16. Oktober 2026, 08:36
Gestaltung: Ute Maurnböck, Sonja Bettel und Kilian Kirchgessner
Die Moldau (tschechisch: Vltava) ist mit ihren 430 Kilometern der längste Fluss Tschechiens und gilt als die Lebensader Böhmens. Seit Jahrhunderten diente sie als Transportweg für Holz, Baumaterialien und vor allem Salz, das aus dem Alpenraum gebracht wurde. Im 20. Jahrhundert wurden entlang des Flusses neun Talsperren und Wasserkraftwerke errichtet, manche in der NS-Zeit. Sie dienen der Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz und der Wasserregulierung - und veränderten das einst pittoreske Bild mancher Abschnitte nachhaltig. Die Radiokolleg-Reihe folgt der Moldau durch Zeiten und Orte - und findet viele Verbindungen zwischen dem heutigen Österreich und Tschechien.
In Tschechien nahe der deutschen Grenze befindet sich die Quelle der Warmen Moldau, die sich später mit der in Deutschland entspringenden Kalten Moldau zur Moldau vereinigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die in diesem Gebiet lebenden Sudetendeutschen vertrieben, mit dem Kalten Krieg wurde es zu militärischem Sperrgebiet, in dem mindestens 800 Menschen ums Leben kamen. Für die Natur jedoch bedeutete diese tragische Zeit, dass sie sich frei entwickeln konnte. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde der Böhmerwald 1991 zum größten Nationalpark der Tschechischen Republik, dem Národní park umava, der zahlreiche geschützte Arten an Pflanzen und Tieren beherbergt.
