Radiokolleg
Was bleibt? 50 Jahre Medien-Archive Austria (1)
Vom Sammeln gegen das Verschwinden
27. Oktober 2026, 09:05
Seit 50 Jahren setzt sich die Medien-Archive Austria (MAA) für die Bewahrung des audiovisuellen Kulturerbes Österreichs ein. Das Jubiläum ist Anlass für ein Radiokolleg über den Wandel unseres Umgangs mit Erinnerung - von einer Zeit, in der das Verschwinden von Bildern und Tönen die größte Sorge war, bis zu einer Gegenwart, in der das Löschen von Daten oft aufwendiger geworden ist als ihre Speicherung. Welche Aufgaben werden Archive künftig übernehmen - zwischen Bewahren, verantwortungsvollem Auswählen und vielleicht sogar bewusstem Vergessen?
Warum wurde die Medien-Archive Austria (MAA) gegründet? Der erste Teil blickt auf die Anfänge der audiovisuellen Archivierung in Österreich und fragt, warum Gesellschaften Erinnerungen bewahren - und was geschieht, wenn sie verloren gehen.
Als sich die Medien-Archive Austria Mitte der 1970er-Jahre formierte, standen gefährdete Film-, Ton- und Fernsehbestände ebenso im Fokus wie der Wunsch nach einer gemeinsamen Stimme für audiovisuelle Archive. Was wurde damals als bewahrenswert angesehen - und was heute? Wie verändert sich der Blick auf historische Quellen im Laufe der Zeit? Und kann Archivieren jemals ein neutraler Akt sein, oder ist jede Sammlung immer auch eine Entscheidung darüber, was bleibt und was verschwindet? Ein Streifzug durch die Geschichte zeigt, dass Erinnern und Vergessen seit jeher eng miteinander verbunden sind.
Gestaltung: Kathrin Schedler, Jakob Steiner
