Dimensionen - Magazin

1. Duell im Labor - warum wir schneller reagieren als agieren 2. Experiment mit ungewissem Ausgang: Herzklappenoperationen für Hochrisikopatienten 3. Die Netzwerke der Rassenhygieniker * 4. Die Konservativen und die Rockmusik

1. Es gibt Situationen, da müssen wir schnell sein: Im Straßenverkehr zum Beispiel, wenn wir einem Auto ausweichen müssen oder bei mancher Ballsportart. Früher war es in manchen Gesellschaften üblich, sich zu duellieren, auch da war Reaktion gefragt. Eine grausame Weise, einen Streit auszutragen aber: auch in vielen Westernfilmen wird uns diese Szene immer wieder vorgespielt. Was genau bei einem solchen Duell im Gehirn passiert und wer wie schnell reagiert, das wollten Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien herausfinden. Es ist ihnen gelungen. Mit erstaunlichen Ergebnissen. Mit Andrew Welchman, experimenteller Psychologe, Universität Birmingham. Autor: Stefan Geier

2. Ist jede Innovation auch ein Fortschritt? Oder kann sie auch ein Rückfall zu längst überholten Methoden sein? Besonders eindringlich stellt sich diese Frage in der Medizin, genauer: in der Chirurgie. Deshalb suchte sich die deutsche Gesellschaft für Chirurgie für ihren diesjährigen Kongress in Berlin das Motto: Wissen, denken, handeln. Und sie fordert das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber nicht immer Standard ist: Nämlich erst zu überlegen und dann tätig zu werden. Mit Prof. Rainer Gradinger, Ärztl. Direktor am Klinikum Rechts der Isar und Prof. Axel Haverich, Direktor der Klinik für HTTG-Chirurgie der Med. Hochschule Hannover. Autor: Uwe Springfeld

3. Zwangs-Sterilisationen, Zwangs-Abtreibungen, wie auch die organisierte Tötung von geistig oder körperlich behinderten Personen wurden in der NS-Zeit von Rassenhygienikern im Namen der so genannten "Volksgesundheit" verfochten und vorgenommen. Fortan blieben diese Verbrechen der NS-Medizin eng mit dem Begriff der "Eugenik" verbunden - mit dieser sollten ursprünglich humangenetische Erkenntnisse in die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik von Staaten einfließen. Welche Rolle eugenische Netzwerke in Wissenschaft und Politik nach 1945 spielten, gehörte zu den Themen einer Tagung, die vergangenes Wochenende am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien stattgefunden hat. Mit Thomas Mayer, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und Herwig Czech, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes. Autorin: Tanja Malle

4. Lawrence Grossberg zählt zu den bekanntesten Vertretern der Cultural Studies. Die Cultural Studies versuchen, die Bedeutung der Kultur in der Praxis des Alltags zu untersuchen. Dabei interessieren sie sich auch für ganz profane Dinge: z.B. für Rockmusik, wie im Falle von Lawrence Grossberg, Professor und Direktor des Universitätslehrgangs für Cultural Studies an der University of North Carolina in Chapel Hill. Über den Zusammenhang von Rockmusik und Politik hat er 1992 sein bahnbrechendes Buch "We gotta get out of this place" veröffentlicht. Nun wurde es auf Deutsch übersetzt und vor kurzem bei einer Veranstaltung in Wien präsentiert. Mit Lawrence Grossberg, Kulturwissenschaftler, Univ.of North Carolina. Autor: Lukas Wieselberg

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