Leporello

Menschen - Moden - Lebenskunst.
Begegnung im Bezirk * Prinzessin unter Piraten

Begegnung im Bezirk:
Mit "Soho Sounds 2", einer Produktion der Wiener Festwochen, wurde am Wochenende das Kunstfestival "Soho in Ottakring" eröffnet. Der Kampf gegen Rassismus steht heuer im Mittelpunkt des bunten Festivals im Wiener Brunnenviertel. Noch bis 22. Mai will man mit Projekten zum Thema Migration nicht nur meist ohnehin aufgeschlossene Kunstinteressierte erreichen, sondern vor allem auch Zuwanderer selbst, erzählt Kurator Wolfgang Schlag. Und das, indem man vorrangig Künstler und Künstlerinnen mit Migrationshintergrund einlädt. Den fulminanten Auftakt machte am Samstag die deutsch-türkische DJ-Pionierin Ipek. Orientalischen Ska-Punk bot die 8-köpfige Mädchenband "Skarabäus" aus Berlin. Die Bandmitglieder haben deutsche, türkische, rumänische, syrische und schweizerische Wurzeln. Gesungen wird größtenteils auf Türkisch. Mit seiner New-Wave Band "Idoli" zählte Vlada Divljan zu den bekanntesten Musikern im ehemaligen Jugoslawien. Für die Eröffnung von Soho hat er mit lernwilligen Österreichern die alten serbischen Hits der 1980er Jahre einstudiert. - Gestaltung: Claudia Gschweitl

Prinzessin unter Piraten:
Mit einer musikalischen Mischung aus Bossa Nova, Swing und Chanson, Hip Hop, Reggae und Surfrock lässt die Sängerin Dota Kehr auf ihrem neuen Album aufhorchen. "Bis auf den Grund" ist der Titel der neuen CD der Berlinerin, die hierzulande noch als Geheimtipp gilt. Ab morgen gastiert Dota Kehr gemeinsam mit ihrer Band "Die Stadtpiraten" erstmals in Österreich - an drei Terminen in Graz, Salzburg und Wien. Jahrelang zog Dota Kehr als Straßenmusikerin durch die Lande, was ihr auch den Namen "Kleingeldprinzessin" einbrachte. Zurück bleiben außerdem eine große Portion Fernweh und musikalische Töne zwischen Südseeurlaub und Balkan-Flair. Vor allem aber der Einfluss auf Portugal ist unüberhörbar. Die Art und Weise wie man im Bossa Nova etwa die Silben über die Takte verteile, habe sie tief beeindruckt, erzählt Dota Kehr. An ihren Texten, die mal nach Rap und mal nach Ringelnatz klingen, feilt die Singer-Songwriterin bis zur Perfektion und wird von Sängerkollegen dafür gelobt: Sie schaffe es die angeblich so sperrige deutsche Sprache zum Singen und Tanzen zu bringen. - Gestaltung: Claudia Gschweitl

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