Radiokolleg - Wertvolle Notizen
Der Kampf um die Nachlässe von Schriftstellern (2). Gestaltung: Ulrike Schmitzer
11. Mai 2010, 09:30
Als der schwedische Krimiautor Stieg Larsson im Jahr 2004 plötzlich an einem Herzinfarkt starb, war er noch kein Bestseller-Autor. Erst nach seinem Tod stürmte die Trilogie um die Enthüllungen des Journalisten Mikael Blomkvist die Verkaufslisten.
Seitdem kämpfen seine Lebensgefährtin sowie sein Bruder und sein Vater um das Erbe des Autors - um ein millionenschweres Erbe, aber auch um den literarischen Nachlass: Es gibt nämlich noch das unveröffentlichte Manuskript eines vierten Bandes.
Wenn um das Erbe von Schriftstellern gestritten wird, geht es um mehr als nur um Geld. So auch beim Streit um wertvolle Handschriften und Manuskripte von Franz Kafka. Es geht auch darum, das literarische Erbe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Welche Bedeutung haben Nachlässe? Was wird überhaupt aufgehoben? Um ihr geistiges Erbe zu schützen, lassen sich viele Schriftsteller schon zu Lebzeiten auf einen sogenannten "Vorlass" ein. Sie vermachen ihre Arbeit vor dem Ableben einer Institution, so hat zum Beispiel Günter Brus seinen "Vorlass" an das Land Steiermark verkauft.
Doch wie werden Autoren, die in Zukunft bedeutend sein könnten, ausgewählt? Und welchen Kampf fechten die Schriftsteller aus, wenn ihnen ihre Aufzeichnungen von den Archivaren "entrissen" werden?
Gestaltung: Ulrike Schmitzer
Service
Peter Henisch: Die kleine Figur meines Vaters. Residenz Verlag 2003
Daniela Strigl: Marlen Haushofer. Die Biografie. Claassen Verlag 2000
Murray G. Hall/Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Böhlau Verlag 1992
Marcel Atze/ Franz Loquai: Sebald. Lektüren. Edition Isele 2005
