Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft

Armut und Widerstand: Indiens Roter Korridor. Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Die IT-Industrie und die Streifen der indischen Filmmetropole Bollywood haben in den vergangenen Jahren das internationale Image Indiens verändert. Von einer aufstrebenden Großmacht ist nun die Rede; das Bild der Armut, das lange die weltweite Wahrnehmung Indiens geprägt hat, ist ein wenig verblasst.

Doch viele indische Ökonomen und Sozialwissenschafter sprechen von "zwei Indien" - den oberen 20 bis 25 Prozent, die von der rasanten Entwicklung des Dienstleistungssektors profitieren, und jenen anderen 75 bis 80 Prozent, die großteils von der Landwirtschaft abhängen und von der modernen Entwicklung übergangen worden sind. Unzureichende Landreformen, teils noch immer bestehende Feudalstrukturen, Landlosigkeit und die seit 1991 eingeleitete Liberalisierung der indischen Wirtschaft haben die Not der Armen verschärft.

Der maoistische Widerstand, der 1967 in dem Ort Naxalbari begann, weshalb die Maoisten auch Naxaliten genannt werden, hat sich inzwischen auf ein Drittel aller indischen Bezirke ausgeweitet. Der sogenannte "Rote Korridor" zieht sich von der Grenze mit Nepal über Ostindien bis an die Südwestküste. Indiens Premierminister Manmohan Singh hat den bewaffneten maoistischen Widerstand als die größte Gefahr für Indiens Sicherheit bezeichnet, diese Bedrohung sei noch größer als die durch islamistische Terroristen. Nicht alle teilen seine Einschätzung. Doch die Gewalt der Maoisten und die staatliche Gegengewalt nehmen zu.

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