Europa-Journal
Sommergespräch. Nachdenken über Europa: Adolf Muschg. Gestaltung: Carola Schneider
30. Juli 2010, 18:20
Nachdenken über Europa
Das Europajournal beginnt seine heurige Serie der Sommergespräche an diesem Freitag mit dem schweizerischen Schriftsteller Adolf Muschg.
Häufiger als es ihr lieb ist, gerät die Schweiz in letzter Zeit in die internationalen Schlagzeilen: Das Bauverbot für Minarette sorgte weltweit für Aufsehen, Libyens Machthaber Gaddafi hielt fast zwei Jahre lang zwei Schweizer Geiseln fest, nachdem sein Sohn wegen Körperverletzung in Genf kurzzeitig verhaftet worden war, und liebgewonnene Nationalsymbole der Eidgenossen wie das Bankgeheimnis und die dominanten Großbanken haben tiefe Kratzer erhalten. Gleichzeitig macht die EU Druck auf das widerspenstige Land mitten in Europa und drängt auf eine stärkere Integration der Schweiz, während die sich trotz einer neu aufflammenden EU-Debatte noch scheut, Europa allzu nahe zu kommen.
Steckt die Schweiz in einer Identitätskrise und warum tut sich die Regierung so schwer damit, außenpolitische Krisen zu lösen? Über diese Fragen und das so schwierige Verhältnis der Eidgenossen zur EU hat Carola Schneider mit dem Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg gesprochen. Sie hat den 76-Jährigen in seinem Hause in Männedorf, einer kleinen Gemeinde am Zürichsee, getroffen.
