Dimensionen - Magazin
1. Antikollisionssystem für Züge
2. Verändern sich die Gehirne von Frauen unter Hormoneinfluss?
3. Früher Fischverzehr senkt Risiko für Allergien
4. Buschfleischschmuggel und seine Folgen
Redaktion und Moderation: Franz Tomandl
30. Juli 2010, 19:06
Seit fast 200 Jahren gibt es Züge und öffentliche Eisenbahnen. Doch nach wie vor kommt es immer wieder zum Zusammenstoß von Zügen. Und dies, obwohl auch die Sicherheitssysteme immer weiter entwickelt wurden. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen bei München arbeiten Techniker und Kommunikationswissenschaftler an einem neuen System, das den Bahnverkehr sicherer machen soll. Bestehende Systeme sind in die Infrastruktur an der Bahnstrecke eingebaut. Sie sollen in Zukunft durch ein Verfahren ergänzt werden, bei dem die Züge direkt miteinander kommunizieren. Mit Thomas Strang, Institut für Kommunikation und Navigation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Autor: Mark Hammer.
Während des weiblichen Zyklus wachsen und schrumpfen bestimmte Hirnregionen. Besonders betroffen sind die Areale, die für die Erkennung von Gesichtern und für die Orientierung zuständig sind. Bei Frauen, die die Pille nehmen, wurden keine Größenveränderungen festgestellt. Daraus schlussfolgert ein Salzburger Team, dass die periodische Zunahme und Abnahme der grauen Masse von der Hormonkonzentration im Blut abhängig ist. Die Forschungen wurden vor einem Monat in der Zeitschrift Brain Research veröffentlicht. Mit Belinda Pletzer, Abteilung Psychologische Diagnostik und Neuropsychologie, Universität Salzburg. Autorin: Maria Mayer.
Seit Jahren empfehlen Ernährungswissenschaftler Fische zu essen. Fisch enthält mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren und Spurenelemente wie Jod und Selen als andere Nahrungsmittel. Wer regelmäßig Fisch statt Fleisch auf dem Teller hat, senke sein Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, betonen Mediziner. Auch in einem Binnenland wie Österreich steigt der Fischkonsum, er ist allerdings wesentlich geringer als in Ländern mit Meeresküsten. Viele Meere sind überfischt, es ist also nicht mehr genügend Fisch für die Menschen vorhanden: Dabei sollen Fische schon vom Kleinkindalter an gegessen werden: Denn jetzt haben Mediziner der Universitäts-Kinderklinik von Göteborg neue Daten vorgelegt, die darauf hinweisen, dass spätere Allergien durch den frühen Konsum von Fisch im ersten Lebensjahr reduziert werden. Mit Emma Goksör, Göran Wennergren, Klinik für Pädiatrie, Universität Göteborg, Schweden. Autor: Volker Mrasek (Übernahme DLR).
Was für uns Wildsau, Hirsch und Gämse, sind für Menschen in Afrika Affen, Schuppentiere, und Antilopen: Zum Essen geeignete Wildtiere. Buschfleisch heißt das Fleisch afrikanischer Wildtiere, dessen Verzehr in vielen Regionen dazu geführt hat, dass Tierarten vom Aussterben bedroht sind. Buschfleisch - bushmeat im Englischen - wird aber nicht nur in Zentral- oder Westafrika, wo die Problematik am größten ist, gegessen: Artenschützer und Zoologen wissen seit langem, dass Buschfleisch von Afrika nach Europa geschmuggelt wird. Der Verzehr von Buschfleisch kann zu medizinischen Problemen führen, denn Viren können Artengrenzen überspringen und gefährliche Krankheiten auslösen. Doch in welchem Ausmaß und in welchen Mengen geschmuggelt wird, wusste bisher niemand. Alle Zahlenangaben waren nicht mehr als grobe Schätzungen. Ein Team der Zoological Society in London wollte es nun genau wissen. Mit Ann-Lise Chaber, Marcus Rowcliffe, Zoological Society in London. Autorin: Madeleine Amberger.
