Praxis - Religion und Gesellschaft
Freie Religionsausübung ist in vielen Ländern nur eingeschränkt möglich. Gestaltung: Wolfgang Slapansky Pakistan: Was sind die Hintergründe für ständige Gewalt und Terror. Gestaltung: Ursula Baatz "Wir müssen wieder zurück zur Einheit finden". Gestaltung: Astrid Schweighofer * Die Faszination der Riten. Gestaltung: Sebastian Fleischer
30. Juli 2010, 22:15
Am 1. August tritt der Erlanger Universitätsprofessor und Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt das Amt des UNO-Sonderberichterstatters für Religionsfreiheit an. Zu seinen künftigen Aufgaben wird es gehören, Ländermissionen in aller Welt durchzuführen und sich über die konkrete Situation, was die Religionsfreiheit betrifft, zu informieren. Generell stehe es um die freie Ausübung religiöser Ansichten nicht gut, warnt der designierte Sonderberichterstatter. Er verweist etwa auf Anschläge auf Moscheen in Pakistan, die systematische Zerstörung von Bahai-Niederlassungen im Iran oder die erzwungene Schließung christlicher Kirchen in Indonesien. Wolfgang Slapansky hat mit Heiner Bielefeldt auch vor dem Hintergrund des in verschiedenen europäischen Ländern viel debattierten Burka-Verbotes über seine Sicht von Religionsfreiheit und Menschenrechte gesprochen.
Die pakistanische Menschenrechtsaktivistin und Anwältin Hina Jilani analysiert die Situation in Pakistan: Nicht die Religion, sondern korrupte Politik und soziale Probleme führen zu Konflikten. Die radikalen Islamisten wenden sich gegen Muslime, die ihre Frömmigkeit anders leben, als Islamisten es für richtig halten. Unter dem Deckmantel der Religion gehe es ihnen vielmehr um dahinterliegende politische Interessen, so Hina Jilani.
Eine klare Rückbesinnung auf die theologischen Gemeinsamkeiten aller christlichen Kirchen fordert der norwegische lutherische Theologe Olav Fykse Tveit, der seit Jänner diesen Jahres Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen ist. Es ist dies ein weltweiter Zusammenschluss von 349 Mitgliedskirchen - im Wesentlichen solcher protestantischer und orthodoxer Tradition. Ziel dabei ist es, die Einheit der Christen zu fördern und die praktischen und theologischen Differenzen zu überwinden. Astrid Schweighofer hat mit Olav Fykse Tveit unter anderem über den derzeitigen Stand der Ökumene, dem Gespräch der christlichen Kirchen, gesprochen.
Das gesamte menschliche Leben steckt voller Rituale: In Religion, Politik und Sport. Sie ordnen den Alltag und bilden Gemeinschaft. Eine Tagung im steirischen Stift Vorau hat sich kürzlich mit der Faszination der Riten in alten Kulturen und in der modernen Gesellschaft befasst. Dabei ging es auch um die Frage, wie die Kirche ihre Rituale durch lebensnahe Gestaltung neu beleben kann. Denn was an der Kirche heute vor allem geschätzt wird, sind ihre Riten der Lebensübergänge, der Lebensfreude und Trauer.
