Betrifft: Geschichte

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Die Türken erinnern - Angst und Propaganda im Dienst des Wir-Gefühls. Mit Johannes Feichtinger und Johann Heiss (Österreichische Akademie der Wissenschaften)

Die Türkenkriege und insbesondere der Belagerungen Wiens 1529 und 1683 haben tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis hinterlassen. Allein in Wien erinnern Dutzende Orts- und Straßenbezeichnungen, Gedenktafeln, Inschriften und Monumente - zu verschiedensten Zeiten und aus verschiedensten Anlässen angebracht oder aufgestellt - daran. Aber auch in verschiedensten Verwendungszusammenhängen!

Es ging, so wird in einer neuen Studie nachgewiesen, zumeist um die Festigung der eigenen Identität - und "der Türke" wurde im Verlauf der Geschichte zum Symbol (an sich widersprüchlichster) "äußerer" Feindbilder: von Aufklärern (1783), Liberalen bzw. Konservativen (1883), von Bolschewiken, Christlichsozialen oder Nationalsozialisten (1933), des "real existierenden Sozialismus" (1983, v. a. in Polen) und schließlich der Muslime (seit 9/11) und überhaupt aller Migranten.

Es läuft letztlich immer auf eine Konsensbildung oder Identitätsbildung des Eigenen gegenüber den "Anderen" oder den "Fremden" hinaus, wobei die inszenierte Abgrenzung von den "Türken" als den Anderen besonders in Zentral-, Ost- und Südosteuropa zu einem unverzichtbaren Element geworden ist.

Service

"Die Türken erinnern. Ausbildung und Überlieferung des Türkengedächtnisses im internationalen Vergleich". Internationale interdisziplinäre Tagung, 14. - 16. Oktober, Bad Radkersburg, Kongresszentrum Zehnerhaus

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