Hörbilder
"Lada oder Die Unwegsamkeit der russischen Liebe". Von Andreas Maus und Karmen Frankl
13. August 2011, 09:05
Autos seien nichts für ein Volk wie die Russen, das dem Wodka und der Melancholie verfallen ist, heißt es. Eine Wahrheit? Vielleicht. Zumindest Lada denkt nicht so. Und sie müsste es wissen. Denn die Mehrzahl der Menschen der ehemaligen Sowjetunion fährt bis heute ein Automobil der Marke Lada.
Lada - das ist das russische Wort für "Geliebte". Fast 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist sie längst mehr als ein Automobil. Sie ist ein Organismus, ein lebendiges Wesen, egal ob in Moskau, der Provinz oder irgendwo in den sibirischen Weiten. Ein Anachronismus, hoffnungslos veraltet und doch nicht wegzudenken aus dem Leben ihrer Besitzer und dem russischen Alltag.
1970 wurde das Ladawerk an den Ufern der Wolga aus dem Boden gestampft und mit ihm eine ganze Stadt - Togliatti. Ein Paradies der Arbeiter. Und Lada war ihre Arbeiterprinzessin. Anders als viele andere Errungenschaften des Sozialismus hat Lada überlebt, trotz Perestroika, Rubel- und Wirtschaftskrisen.
Die Radiodokumentation erkundet das Land in Form eines akustischen Road-Movies. Lada - das Auto, die Geliebte, führt zu ihren Helden. Da ist Murad, der heimwehkranke kaukasische Taxifahrer in Moskau, Julia und ihre Jungs, die nachts in Moskau in ihren alten Ladas illegale Rennen fahren. Die Polizisten Oleg und Vladimir in der russischen Provinz, die davon träumen, endlich einen schwarzhaarigen Terroristen zu fangen, und Kolja, Edek und Sascha, die ihr halbes Leben in den unterirdischen Gängen von Ladas Geburtsstadt verbringen, nachdem man sie in der Autofabrik in der Oberwelt nicht länger benötigt ... (Produktion WDR 2011).
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