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Verschwunden? Die Geschichte der Deutschen in Jugoslawien. Gestaltung: Tanja Malle

Im Königreich Jugoslawien lebten zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg einige hunderttausend Deutsche. Sie hatten sich vom 14. Jahrhundert an in verschiedenen Regionen des Landes niedergelassen, beispielsweise die Gottscheer in Slowenien und die Donauschwaben in Serbien.

Mit dem Zweiten Weltkrieg reduzierte sich die Zahl der deutschsprachigen Bevölkerung im nunmehr sozialistischen Jugoslawien unter der Führung von Josip Broz - Tito drastisch. Die Gründe dafür sind unterschiedlicher Natur. Zum einen zwang das Deutsche Reich, das Jugoslawien ab 1941 okkupierte, weite Teile der deutschsprachigen Bevölkerung zur Umsiedelung. Zum anderen wurde die deutsche Zivilbevölkerung, die oft mit den nationalsozialistischen Besatzern kollaborierte, von den widerständischen Partisanen vertrieben bzw. musste vor diesen - aus Angst vor Racheaktionen - flüchten. Erst seit wenigen Jahren ist das Verschwinden der deutschsprachigen Bevölkerung in den Nachfolgestaaten kein Tabu mehr. Bei einer Tagung Ende März kamen Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland und den Nachfolgestaaten Jugoslawiens zusammen, um neue Forschungsergebnisse zu diskutieren, die auf lange Zeit nicht zugänglichem Archivmaterial beruhen.

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