Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Tonspuren

Die Musik des Zufalls. Ein Besuch bei Paul Auster in Brooklyn. Feature von Alfred Koch

In den Großstadtromanen von Paul Auster scheint von einem Satz zum nächsten alles möglich zu sein. Alles ist, wie es immer war - und plötzlich ist alles anders. Meist sind es Zufälle, die das Leben in eine Misere stürzen. Da gibt es einfache Vertauschungen, schicksalhafte Begegnungen, absurde Verstrickungen und jede Menge verpasste Chancen. Austers Helden schwelgen im satten Leben und stolpern im nächsten Moment in den Abgrund.

Er schreibe seine Storys nach dem Zufall von Melodien, die ihm vorher im Kopf herumgegangen sind, sagt Auster. Kein Zufall also, dass er eines seiner Bücher einmal "Die Musik des Zufalls" betitelte. Im Grunde hätte er alle seine Romane so nennen können.

Weltbekannt wurde der 1947 geborene Autor mit merkwürdig-verrätselten Detektivgeschichten, der "New York-Trilogie". Mit Wayne Wangs Film "Smoke", für den Auster das Drehbuch schrieb, und dem Nachfolgefilm "Blue in the Face" wurde der 65-Jährige auch außerhalb des Literaturbetriebs zum Star. Wie Woody Allen macht auch Auster einen New Yorker Stadtteil zum bevorzugten Schauplatz seiner Geschichte. Statt Manhattan ist es jedoch das ruhigere Brooklyn, in dem Auster seine Helden in die Fallen des Zufalls rennen lässt.

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