Betrifft: Geschichte

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Die bibliophile Gesellschaft. Zeige mir deine Bücher und ich sage Dir, wer du bist. Mit Helmut Lang, Vizedirektor der ÖNB i.R. und Experte für frühe Druckschriften und Manfred Tschurlovits, Wiener Bibliophile Gesellschaft. Gestaltung: Martin Adel

Lange Zeit waren Bücher in der Produktion so teuer, dass selbst für bürgerliche Kreise ein Buch - gar nicht zu reden von einer eigenen Bibliothek - zu den teuren und oft genug gar nicht leistbaren Anschaffungen zählte.

Das änderte sich durch neuere und billigere Verfahren des Drucks und der Buchherstellung. Schon Göschen (z. B., zur späten Goethe-Zeit) entwickelte eine Art Taschenbuch. Aber spätestens mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871 kam mit dem Kulturdünkel (als führende "Bildungsnation"!) auch dem Buch eine neue Bedeutung zu: als Repräsentationsobjekt.

Die Ehrfurcht vor der Schönen Literatur sollte sich nun auf die Besitzer von Prachtbänden übertragen. Dafür stellte man sie auch in der Wohnung für Gäste zur Schau. Ganz anders, mit dem Bewusstsein vom (Selbst-)Wert er-lesener Bildung, stellten sich bescheidenere Bürger/innen gesammelte und in hübschen Bänden vereinte Zeitschriften in die Hausbibliothek.

Der bürgerliche Wertekodex spiegelt sich auch später in den Leseanweisungen für die Arbeiterschaft wieder, die - in einem anderen bildungspolitischen Verständnis - damit auch den Anspruch des "Neuen Menschen" unterstrichen: Bildung und Schönheit für alle. Allgemeingut sollte diese Verbindung dann tatsächlich für die Ausgaben etwa der Büchergilde Gutenberg werden. Ihr Leitsatz könnte gewesen sein: Ein schöner Inhalt in schönem Gewand, sprich Einband. Alles Formen der Bibliophilie, die aber noch ein viel weiteres Feld ist; - bis heute.

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