Passagen

Wiener Vorlesungen: Die Antikriegssatire von Karl Kraus. Ein Vortrag von Edward Timms. Moderation: Hubert Christian Ehalt.
(Aufgenommen am 6. Mai im RadioKulturhaus. Eine Kooperation von Wiener Vorlesungen, Ö1 und RadioKulturhaus.)

Edward Timms, international renommierter Biograf von Karl Kraus, kulturwissenschaftlicher und germanistischer Analytiker der Wiener Moderne und langjähriger Direktor des Centre for German-Jewish Studies an der University of Sussex, widmet sich im Rahmen der Wiener Vorlesungen der Antikriegssatire von Karl Kraus am Beispiel des Anti-Kriegsstücks "Die letzten Tage der Menschheit". Mit den Mitteln der Satire führt Kraus vor, wie die Menschen in grenzenloser Dummheit und Selbstüberschätzung, im Gleichklang mit ungehemmtem Dünkel und steifer Borniertheit auf die Weltkriegskatastrophe zusteuern. "Die unwahrscheinlichsten Taten", schreibt der Autor im Vorwort des 1922 erstmals in Buchform erschienen Szenenkonglomerats, "die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen. Die unwahrscheinlichsten Gespräche, die hier geführt werden, sind wörtlich gesprochen worden; die grellsten Erfindungen sind Zitate." In dieser Collage mit einer kaum zu überblickenden Anzahl von Figuren und Schauplätzen treten Opportunisten und Mitläufer, Kriegsgewinnler und Kriegsverbrechern auf, und der Autor wird nicht müde, ein ums andere Mal an Hand all dieser Figuren den Zusammenhang von Mediokrität und politischem Verbrechen kenntlich zu machen.
Bearbeitung: Robert Weichinger

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