Salzburger Nachtstudio

Vorbilder, Stars, Idole und ihre Wirkung
Gestaltung: Wolfgang Bauer

Aktuelle Jugendstudien zeigen, dass etwa 60 Prozent der Jugendlichen ein Vorbild haben. Ihre Mütter und Väter sind dabei ganz vorne anzutreffen. Auch die Psychologie und die Hirnforschung heben die Bedeutung von Vorbildern - auch Modelle genannt - für das Lernen von Kindern und Jugendlichen hervor.

Vorbilder bzw. Vorbildfunktionen spielen jedoch auch im Leben von Erwachsenen sowie in der Welt der Medien eine ganz wesentliche Rolle. Das beweist etwa der Fall des berühmten deutschen Fußballfunktionärs, der wegen eines geheimen Kontos in der Schweiz Selbstanzeige erstattete, worauf hin Personen des öffentlichen Lebens von ihm abgerückt sind. Als ein Grund wurde seine beschädigte Rolle als Vorbild genannt. Ebenfalls in den Medien wurde die Vorbildfunktion eines berühmten Radprofis diskutiert, der in einem Fernsehinterview jahrelanges Doping eingestanden hatte. Gerät wiederum ein Politiker oder eine Politikerin in das schiefe Licht einer Steuer- oder anderen Affäre, scheint die Aufregung um die Vorbildfunktion weniger ausgeprägt zu sein, denn diese Berufsgruppe rangiert in Vorbildstudien ohnehin am unteren Ende der Skala.

Was also macht Vorbilder aus, wie entstehen sie? Sind sie heute noch Erziehungsmittel, haben sie einen anderen Stellenwert als Stars und Idole? Pädagog/innen, Psycholog/innen, Soziolog/innen, Verhaltensforscher/innen und andere Wissenschafter/innen - etwa der Pädagogischen Werktagung in Salzburg - diskutieren in dieser Sendung die Rolle und Bedeutung von Vorbildern in einer von Stars und Promis geprägten Medienwelt.

Service

Mitwirkende:

Ursula Frost, Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Universität Köln
Angela Ittel, Professorin für Pädagogische Psychologie an der Technischen Universität Berlin
Manfred Prisching, Professor am Institut für Soziologie an der Universität Graz
Natalia Wächter, Jugendforscherin vom Institut für Höhere Studien in Wien
Anton Bucher, Professor für Praktische Theologie an der Universität Salzburg und Präsident der Internationalen Pädagogischen Werktagung Salzburg
Joachim Bauer, Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut, Universität Freiburg
Ingrid Paus-Hasebrink, Professorin am Fachbereich Kommunikationswissenschaften der Universität Salzburg
Kurt Kotrschal, Departement für Verhaltensbiologie der Universität Wien
Ludwig Huber, Verhaltensbiologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Pierre Stutz, Theologe und spiritueller Begleiter, Schweiz

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Ausgewählte Literatur:


Joachim Bauer:
"Warum ich fühle was du fühlst - Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. Hoffmann und Campe 2005
"Prinzip Menschlichkeit - Warum wir von Natur aus kooperieren. Hoffmann und Campe 2006

Pierre Stutz:
-50 Rituale für die Seele. Herder 2001
-Atempausen für die Seele. Herder 2013

Anton Bucher:
-Psychologie der Spiritualität, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011
-Psychologie des Glücks, ebda.

Ursula Frost:
Allgemeine Erziehungswissenschaft, Bde 1 & 2, von Gerhard Mertens (Hrsg.), Ursula Frost (Hrsg.), Winfried Böhm (Hrsg.) und Lutz Koch (Hrsg.) von UTB, Stuttgart 2011

Kurt Kotrschal:
Wolf - Hund - Mensch - Die Geschichte einer Jahrtausende alten Beziehung, Brandstätter Verlag, 2012

Manfred Prisching:
"Bildungsideologien, Verlag der Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008.
"Das Selbst, die Maske, der Bluff: Über die Inszenierung der eigenen Person, Molden, Wien 2009.

Ingrid Paus-Hasebrink:
Heranwachsen mit dem Social Web. (mit Jan-Hinrik Schmidt, Uwe Hasebrink), Vistas 2011

Sendereihe