Fliegendes Kopftuch, Hijab

APA-IMAGES/WESTEND61/IGNACIO FERRANDIZ ROIG

Im Fokus - Religion und Ethik

Glaubensfrage Kopftuch

Aktuell im Fokus: Tod eines Häftlings - Patientenrechte im Gefängnis +++ Thema im Fokus: Glaubensfrage Kopftuch +++ Serie: Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? - Fehlübersetzungen in der Bibel +++ Moderation: Judith Fürst

Aktuell im Fokus: Tod eines Häftlings - Patientenrechte im Gefängnis

Es waren massive Verletzungen, die Anfang Dezember zum Tod eines Insassen in der Justizanstalt Hirtenberg geführt hatten. Der Mann soll an einer Psychose gelitten haben und hätte auf die psychiatrische Abteilung einer Krankenanstalt gebracht werden sollen. Österreichs Gefängnisse sind überbelegt, seit Jahren klagt die Justizwache über zu wenig Personal und darüber hinaus mangelt es im Strafvollzug an Geld. Doch der Fall wirft weitere Fragen auf: Wäre eine "Sedierung" - wie immer wieder gefordert - wirklich die Lösung gewesen? Was ist "verhältnismäßig"? Wie steht es um die Patientenautonomie im Strafvollzug? Maria Harmer berichtet.

Im Studio spricht Alexandra Mantler mit Karl Stöger, Leiter des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien, über juristische und ethische Aspekte der Gesundheitsversorgung in Österreichs Gefängnissen sowie über Patientenautonomie und Patientenrechte von Menschen in Haft.


Thema im Fokus: Glaubensfrage Kopftuch

Das Kopftuch ist nicht nur religiöses Symbol, sondern Teil einer jahrtausendealten Kulturgeschichte: Schon vor dem Islam markierte es sozialen Status, Anstand und Zugehörigkeit - später wurde es politisiert, instrumentalisiert und immer wieder neu gedeutet.
Warum trägt eine Frau heute den Hijab mit Überzeugung - und warum entscheidet sich eine andere bewusst dagegen? Zwei muslimische Frauen, die in derselben Gesellschaft leben - eine trägt Kopftuch, die andere hat es abgelegt. Ihre Antworten führen in die historische Tiefe: Der Schleier war in vielen antiken Kulturen ein exklusives Statussymbol, das adeligen Frauen vorbehalten und Frauen niedrigeren Standes sogar verboten war. Was heute mit Religion verbunden wird, hatte einst vor allem soziale und politische Bedeutung. Zur Zeit des Propheten Muhamad war die Verhüllung zunächst eine Praxis des privaten Schutzes, die sich erst im Laufe der Generationen zu einem öffentlichen religiösen Zeichen entwickelte. Die Koranverse - Sure 24,31 und Sure 33,59 - betonen Bescheidenheit und moralische Integrität, bleiben aber offen für vielfältige Auslegungen. Genau diese Vielfalt spiegeln die beiden Protagonistinnen wider: Pflicht und Identität für die eine, Selbstbestimmung und Freiheit für die andere. In westlichen Gesellschaften wird der Schleier oft als Unterdrückung wahrgenommen, während in vielen muslimischen Kontexten westliche Freizügigkeit als Ausbeutung des weiblichen Körpers kritisiert wird. Zwischen diesen Polen bewegen sich die beiden Frauen - jede mit ihrer eigenen Vision von Freiheit, Würde und Identität. Das Kopftuch ist weit mehr als ein Stück Stoff: ein Brennpunkt religiöser, kultureller, sozialer und politischer Auseinandersetzungen - ein Spiegel moderner Gesellschaften und ihrer Widersprüche. Biljana Petrovic begleitet Frauen, die unterschiedliche Entscheidungen treffen, und beleuchtet historische, kulturelle, politische und gesellschaftliche Hintergründe sowie Wege zu einem respektvollen Dialog.


Serie: Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? - Fehlübersetzungen in der Bibel

Warum Eva im Paradies von der Schlange einen Apfel angeboten bekommt oder Mose mit Hörnern dargestellt wird, diesen Fragen geht "Im Fokus" in der Februar-Rubrik nach. Fehlübersetzungen biblischer Texte haben verschiedene Ursachen: Etwa die Übersetzung von einer Sprache in eine weitere, oder aber mangelndes Fachwissen, weil zur Zeit, als die Übersetzung geschrieben wurde, inzwischen erforschte Fakten noch nicht bekannt waren. Brigitte Krautgartner ist in die Welt der Bibelübersetzungen eingetaucht.

Sendereihe

Gestaltung