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Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Sucht ohne Drogen. Variationen des Kontrollverlusts im Medienzeitalter
Gestaltung: Gudrun Braunsperger

Nicht nur Zigaretten oder Drogen machen süchtig, auch exzessives Shoppen, Lottospielen oder ein Konto auf Facebook können Abhängigkeiten erzeugen. Im Fachjargon spricht man von Verhaltenssucht in Form von substanzungebundenen Abhängigkeiten, also von abnormen Arten von Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle. Gemeint ist der Kontrollverlust im Essverhalten, im Kaufrausch oder in den Wogen des World Wide Web. Noch entsprechen die Symptome keiner anerkannten Krankheit, Psychiater und Psychotherapeuten warnen jedoch vor den Folgen. Denn vor allem für Kinder und junge Menschen stellt die Verführung durch soziale Medien und die Werbeindustrie eine extreme Gefährdung dar. Die Möglichkeiten der neuen Technologien wie Smart Phone und Internet fordern den Menschen im Medienzeitalter auf neue Weise heraus: Medien sinnvoll zu nutzen, nämlich im Dienst des Menschen und nicht umgekehrt, wie der Besen aus Goethes Zauberlehrling, das erfordert eine entsprechende Reife. Und die will offenbar erst erworben werden.

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Literatur:
Kurosch Yazdi, Junkies wie wir. Spielen. Shoppen. Internet. Was uns und unsere Kinder süchtig macht. Verlag Edition a: 2013
Manfred Spitzer, Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. Droemer Verlag: 2012
Jane McGonigal, Besser als die Wirklichkeit. Warum wir von Computerspielen profitieren und wie sie die Welt verändern. Heyne Verlag: 2012

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