Dimensionen

Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

1. Über die Auswirkungen von Biosiegeln
2. Warum entkamen Haie dem Massenaussterben vor 250 Millionen Jahren
3. Aufrüstung im Jahr 1914
4. Besatzungskinder

Redaktion und Moderation: Armin Stadler

1. Standardisierte Natur - Über die Auswirkungen von Biosiegeln

Nachhaltig, ressourcenschonend, frei von Gentechnik: Eine wachsende Zahl an Zertifizierungen weisen Lebensmittel als biologisch angebaut und umweltfreundlich aus. Ein Trend, der durch die Bio-Eigenmarken großer Handelsketten zusätzlich verstärkt wird. So soll Einblick in die Produktionsprozesse gegeben werden, und dem Verbraucher die Möglichkeit, ökologisch verträgliche Produkte zu konsumieren. Doch die Siegel führen auch zu einer Veränderung der Praktiken in der biologischen Landwirtschaft, die vor allem für Kleinbauern von Nachteil ist. Mit Andreas Grünewald, Politikwissenschaftler, Universität Wien. Autor: Wolfgang Däuble.

2. Und der Haifisch, der hat Zähne - Das Gebiss von Urzeithaien verrät, wie einige Haie dem Massenaussterben entkommen sind

Mit Massenaussterben in der Erdgeschichte verbinden wir gemeinhin das Verschwinden der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Doch dieses Aussterbeereignis war nicht das einzige in der Evolution von Tieren und Pflanzen auf der Erde. Es war nicht einmal das schwerwiegendste: Noch etwa 4mal weiter zurück liegt ein Massenaussterben am Ende des Perm-Zeitalters. Damals, vor 250 Millionen Jahren, verschwanden 90 % aller Landlebewesen und etwa zwei Drittel aller Lebensformen in den Ozeanen. Dabei gehörten die Haie zu dem glücklichen Drittel, das überlebte. Bislang war unklar, wieso. Doch nun haben Paläontologen fossile Zähne von Urzeithaien ausgegraben, die den ebenso einfachen wie genialen Grund für das Überleben der Tiere offenbaren: Sie sind einfach abgetaucht.
Mit Guillaume Guinot, Lionel Cavin, Museum für Naturgeschichte in Genf. Autor: Guido Meyer.

3. Massenproduktion für den Krieg - Aufrüstung im Jahr 1914

Der erste Weltkrieg gilt als brutale Auseinandersetzung im Zeichen der Technologisierung, als der große industrielle Krieg nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg rund 50 Jahre zuvor. Der überwiegende Großteil des Kriegsgeräts, die Torpedos und Minen, die Eisenbahn und die gepanzerten Kampfschiffe waren bereits bekannt. Neu waren das Maschinengewehr, mit dem ein einziger Mann unzählige Angreifer in kürzester Zeit ausschalten konnte und der Stacheldraht, in dem vorwärts stürmende Soldaten gefangen wurden. Allen gemein war, dass sie nicht länger in mühsamer Handarbeit hergestellt werden mussten, sondern billig in industrieller Massenproduktion erzeugt werden konnten. Die Wissenschaft, Technik und Industrie der Habsburgermonarchie im ersten Weltkrieg, stand in dieser Woche im Mittelpunkt des Ignaz-Lieben-Symposium an der Technischen Universität Wien. Mit Michael Pammer, Wirtschafts- und Sozialhistoriker, Universität Linz. Autorin: Marlene Nowotny.

4. Wie sind die sogenannten Besatzungskinder mit ihrem Schicksal fertig geworden?

Dieser Frage geht jetzt erstmals eine Studie am Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung in Graz nach. Denn es gibt kaum ein Thema der Zeitgeschichte, das so tabuisiert wurde - ganz gleich, ob die Schwangerschaft aus einer Liebesbeziehung mit einem Besatzungssoldaten oder aus einer Vergewaltigung entstand, sie umgab dieselbe Mauer des Schweigens. Welchen Diskriminierungen die Besatzungskinder ausgesetzt waren und wie es ihnen heute geht, soll jetzt erforscht werden. Teilnehmer werden noch gesucht. Mit Tatjana Herbst, Barbara-Stelzl-Marx, Historikerin. Autorin: Ulrike Schmitzer.

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