Radiokolleg - Zwischen Alter und Neuer Welt

Der tschechische Komponist Antonín Dvorák (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Am 26. Jänner hat an der Wiener Staatsoper eine neue Inszenierung von "Rusalka" Premiere, der erfolgreichsten Oper von Antonín Dvorák. Der tschechische Komponist schrieb sie 1900/1901, wenige Jahre vor seinem Tod. Es war die Zeit, in der sich Dvorak von der Kammermusik und großen Orchesterwerken abwandte, um sich nur mehr auf Opern zu konzentrieren. "Rusalka" lautet auch der Name der Villa rund 100 Kilometer von Prag, wo Dvorák mit seiner Familie viele Sommer verbrachte und die Ruhe zu bedeutenden Kompositionen fand.

Zeit seines Lebens blieb Dvorák ein sehr privater Mensch, der keine Tagebücher verfasste und auch nicht mehr korrespondierte, als es sein Beruf und seine Reisen erforderten. Manches bleibt daher unbeantwortet. Etwa die Frage, warum Dvorák, der Sohn eines Metzgers, nach seiner Ausbildung zum Organisten ein Jahrzehnt lang in einem Orchester arbeitete und mit keiner seiner Kompositionen an die Öffentlichkeit ging. Erst Anfang der 1870er Jahre gelangten die ersten Werke des 1841 geborenen Komponisten zur Aufführung. Große Unterstützung erfuhr er dann von Johannes Brahms.

Entscheidend für seinen späteren Weltruhm sollte Dvoráks Berufung zum Direktor des Nationalen Musikkonservatoriums in New York im Jahr 1892 sein. Für New York schrieb Dvorák einige seiner bekanntesten Werke: Die Sinfonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt", das Te Deum und das Streichquartett op. 96, das häufig als das "Amerikanische Streichquartett" bezeichnet wird.

Dvorák lebte in einer Zeit, in der in Mittelosteuropa die nationalistischen Bewegungen erstarkten, die mehr Rechte für die Nationen innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Monarchie einforderten. Das wirkte sich auch auf die Rezeption der Werke von Dvorák und seinem 17 Jahre älteren Zeitgenossen Friedrich Smatana aus. Die Frage nach einer authentischen tschechischen Kultur bewegte die Politik auch nach Dvoráks Tod 1904 und besonders in der kommunistischen Ära. Gut getan hat sie keinem der beiden Komponisten, sind sich heutige Musikwissenschafter/innen einig. Denn beide wurden auf wenige Aspekte ihres Schaffens reduziert. Um eine Neubewertung sind heute diverse Institutionen bemüht, darunter auch die tschechische Akademie der Wissenschaften.

Sendereihe

Playlist

Komponist/Komponistin: Antonin Dvorak
Titel: Symphonie Nr.9 in e-moll op.95
* Scherzo : Molto vivace - 3.Satz (00:08:18)
Populartitel: Aus der Neuen Welt
Orchester: Tschechische Philharmonie
Leitung: Vaclav Neumann
Länge: 00:40 min
Label: Denon CO 75968

Komponist/Komponistin: Antonin Dvorak
Titel: Symphonie Nr.8 in G-Dur op.88
* Allegretto grazioso; Molto vivace - 3.Satz (00:06:37)
Orchester: Berliner Philharmoniker
Leitung: Rafael Kubelik
Länge: 01:30 min
Label: DG 429518-2

Komponist/Komponistin: Antonin Dvorak
Titel: Symphonie Nr.6 in D-Dur op.60
* Scherzo - 3.Satz (00:08:12)
Orchester: Tschechische Philharmonie
Leitung: Libor Pesek
Länge: 01:10 min
Label: Virgin VC 7907912

Komponist/Komponistin: Antonín Dvorák
Vorlage: Volkslied / Mähren
Gesamttitel: MORAVSKE DVOJZPEVY / MÄHRISCHE DUETTE, op.32 - Liederzyklus Nr.1-13
Titel: 19. Neveta / Trost, op.32 Nr.12 (00:03:22)
Textanfang: Hajicku zeleny, kdo ta hajit bude / Grünendes Bäumchen, wer wird dich hegen ?
Anderer Gesamttitel: KLÄNGE AUS MÄHREN
Solist/Solistin: Genia Kühmeier /Sopran
Solist/Solistin: Bernarda Fink /Mezzosopran
Solist/Solistin: Christoph Berner /Klavier
Länge: 01:20 min
Label: Harmonia mundi HMC902081

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