Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

"Regenwürmer." Bodenarchitekten, Humusproduzenten und Resteverwerter
Gestaltung: Birgit Dalheimer

Blind, taub und stumm ziehen die Regenwürmer abgestorbene Pflanzenreste von der Oberfläche in den Boden. Ihre Exkremente lagern sie an der Erdoberfläche ab und tragen damit maßgeblich dazu bei, dass der Boden fruchtbar bleibt. Die Gänge, die sie im Erdreich graben, durchlüften den Boden und halten die Erde locker.

Dabei hielt man die Regenwürmer bis spät ins 19. Jahrhundert für Schädlinge, die Pflanzenwurzeln fressen. Mit dieser Fehleinschätzung räumte erst Charles Darwin in seinem letzten Werk auf. Er stellte nicht nur klar, dass den Regenwürmern für derart zerstörerisches Treiben das nötige Zahnwerkzeug fehlt. Darwin beschrieb außerdem als erster ausführlich die Bedeutung der Bodenbewohner für die Bildung von nährstoffreicher Erde auf Äckern, Wiesen und in Wäldern. Ihre permanente Umschichtung der Erde hat einen Anteil am Versinken alter Gebäude im Boden.

Regenwürmer kommen in allen Teilen der Erde vor, rund 3.000 verschiedene Arten kennt man heute. In manchen Gegenden machen sie bis zu 90 Prozent der Biomasse der gesamten Bodenfauna aus. Und immer noch findet die Wissenschaft Neues über ihre gewichtige Rolle im Ökosystem Boden.

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