Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

1. 20 Jahre ITA: Wieviel Technologie verträgt die Arbeitswelt
2. Wie der Mond entstanden ist
3. Der Mythos der stummen Mutationen
4. Origami-Mathematik. Mit Falten rechnen

Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

1. 20 Jahre ITA: Wie viel Technologie verträgt die Arbeitswelt?

Die Auswirkungen neuer Technologie auf die Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft zu analysieren, gehört zu den Hauptaufgaben des Instituts für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Diese Woche feierte das ITA sein 20-jähriges Bestehen mit einer internationalen Konferenz. Zur Eröffnung dieses Festsymposiums hielt die heute 85-jährige Soziologin Renate Mayntz einen Vortrag, der die Technikfolgenabschätzung nur am Rande streifte. Denn dieses Forschungsgebiet hat Wissenschaftlerin bereits vor 20 Jahren hinter sich gelassen, verfolgt es jedoch weiterhin mit großem Interesse. 1985 war Renate Mayntz Gründungsdirektorin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, an dem bis heute forscht. Autorin: Marlene Nowotny.

2. Wie ist der Mond entstanden? - Astronomen kommen der Entstehung des Erdbegleiters auf die Spur

Wir sehen ihn so gut wie jeden Abend leuchtend am Himmel stehen. Über seine Entstehung gibt es jedoch nur Vermutungen. Die Rede ist vom guten, alten Mond, dem nächsten Begleiter der Erde im All. Doch wie kommt die Erde zu solchen Ehren? Hat sie den Mond eingefangen? Sind beide zusammen entstanden? ‚Weder - noch' sagt jetzt ein Team von Astronomen. Der Mond sei bei einem kosmischen Kollision mit einem dritten Himmelskörper aus der Erde herausgeschlagen worden. Für diese These präsentieren die Forscher auch Belege, die heute im amerikanischen Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlicht wurden. Mit Andreas Pack, Mineraloge an der Abteilung für Isotopengeologie des Geowissenschaftlichen Zentrums der Georg-Augustus-Universität Göttingen (via Skype); Daniel Herwartz, Institut für Geologie und Mineralogie der Universität Köln. Autor: Guido Meyer.


3. Jede Base zählt - Über den Mythos der stummen Mutationen

Wenn die Buchstabenreihenfolge des Erbguts verändert wird, kann das fatale Auswirkungen auf den Organismus haben. In manchen Fällen ist schon die Mutation einer einzelnen Kernbase tödlich. Denn die DNA enthält den Bauplan für Proteine: Sie steuern jede biochemische Reaktion in Lebewesen und dienen als Baumaterial für ihre Zellen. Verändert man ihren Bauplan, kann das die Struktur der Proteine beeinflussen - viele Erbkrankheiten lassen sich darauf zurückführen. Die meisten Erbgutveränderungen haben jedoch keinen Einfluss auf die Eiweißstoffe, diese sogenannten "stummen Mutationen" hielt man daher lange für unbedeutend. Inzwischen gilt das als widerlegt: Stumme Mutationen verändern zwar nicht den Aufbau der Proteine, haben aber großen Einfluss auf ihre Produktionsgeschwindigkeit. Mit Kelly Hughes, University of Utah. Autor: Wolfgang Däuble.

4. Origami-Mathematik. Mit Falten rechnen

Origami ist eine alte asiatische Faltkunst. Allein durch Falten entstehen dabei aus einem einzigen Blatt Papier unterschiedlichste zwei- und dreidimensionalen Objekte, besonders beliebt sind Tiere wie die wohl bekannteste Origami-Figur: der traditionelle Kranich. Erst in den 1990er Jahren erkannte man, dass sich mit der Faltkunst mehr anstellen lässt, als schöne Dinge zu erschaffen. Also begannen Forscher, sie mathematisch zu formalisieren. Heute hat die Technik bereits vielfältige Anwendungen gefunden, unter anderem in der Medizin oder der Weltraumtechnik. Mit Erik Demaine, Massachusetts Institute of Technology. Autorin: Eva Obermüller.

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