Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

1. Bioökonomie am Beispiel der Biene
2. Abnehmen unter Einbeziehung Gleichaltriger
3. Peršman - ein neues Buch über ein brutales NS - Kriegsverbrechen
4. Speisen als kulturelle Codes

Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

1. Bioökonomie am Beispiel der Biene

Der Begriff "Bioökonomie" wurde ursprünglich geschaffen, um den Umgang lebender Systemen mit ihren Ressourcen unter dem Einfluss der Evolution zu beschreiben. In der gesellschaftspolitischen Diskussion hat sich seine Bedeutung jedoch gewandelt: Hier versteht man unter Bioökonomie eine Wirtschaftsstrategie, die auf erneuerbaren biologischen Ressourcen basiert, sich dem Klima- und Umweltschutz verpflichtet und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren soll. Mit dieser Zielsetzung hat sich in Österreich "BIOS Science Austria" gebildet, ein Projekt verschiedener Institutionen der Life Science Szene, darunter die Veterinärmedizinische und die Universität für Bodenkultur in Wien sowie das Ministerium für ein Lebenswertes Österreich. BIOS Science Austria vergibt Fördergelder an verschiedene Forschungsprojekte, die für die Entwicklung der Bioökonomie von Bedeutung sind. So auch an die Arbeitsgruppe von Tillmann Rümenapf, der an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien den Krankheitsverlauf von Virusinfektionen in Bienenvölkern erforscht.Mit Rümenapf, Institut für Virologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Autor: Wolfgang Däuble.

2. Abnehmen unter Einbeziehung Gleichaltriger mit spieltheoretischen Methoden

Ein Viertel aller Kinder zwischen 7 und 14 Jahren ist übergewichtig beziehungsweise fettleibig. Das besagt zumindest der letzte österreichische Ernährungsbericht, der 2012 erschien. Dicke Kinder sind aber kein rein österreichisches Problem - ihr Anteil steigt auch international an. Eines der wirksamsten Gegenmittel ist neben einer Umstellung der Kost, Bewegung. Doch wie motiviert man Leute, die sich schon ob ihrer Leibesfülle nicht mehr gern rühren, zu mehr körperlicher Aktivität? Dieser Frage hat sich auch eine Gruppe am EU-Institut für Gesundheit und Konsumentenschutz im italienischen Ispra gewidmet. Denn ein reines Belohnungssystem reicht nicht aus, damit die Kinder Kilos verlieren. Mit Benedikt Herrmann, Sandra Caldeira, Antonios Proestakis, alle: JRC Ispra, Behavioural Economics Group, Institute for Health and Consumer Protection. Autor: Franz Zeller.
Buchtipp: Lisa Rettl, Gudrun Blohberger (hrsg.) Peršman. (Deutsch/slowenisch), Wallstein
Verlag

3. Peršman - ein neues Buch über ein brutales NS - Kriegsverbrechen an Kärntner Slowenen

Seit 1982 erinnert an einem entlegenen ehemaligen Bauernhof in den Kärntner Karawanken ein kleines Museum an den bewaffneten Widerstand der Kärntner Sloweninnen und Slowenen gegen das NS-Regime. Der Peršman-Hof wurde am 25. April 1945 zum Schauplatz eines besonders verstörenden Kriegsverbrechens. An dem Tag ermordete auf dem Kärntner Bergbauernhof ein SS- und Polizeiregiment elf Mitglieder der Familien Sadovnik und Kogoj. Das Verbrechen blieb auf Ebene der Justiz ohne Sühne. Seit kurzem liegt mit "Peršman" ein aufwändig gestalteter zweisprachiger Band vor, der die 2004 entdeckten Ermittlungsakten des damals zuständigen Volksgerichtshofes systematisch auswertet. Und darüber hinaus geschichtswissenschaftliche Beiträge und zeithistorische Dokumente versammelt.

Buchtipp: Lisa Rettl, Gudrun Blohberger, Verband der Kärntner Partisanen und Verein Peršman (Hrsg) "Peršman", Wallstein Verlag

4. Speisen als kulturelle Codes

Dass das Wiener Schnitzel von der scaloppina milanese abstammt, das Gulasch aus Ungarn, obwohl es mit dem dortigen Gulyás nicht mehr viel zu tun hat, dass die Palatschinke von lateinisch placenta über das rumänische placinta und das ungarische palacsinta zu uns kam: das ist bekannt und namentlich in der Wiener Küche wird immer gerne auf das kulinarische Erbe der Donaumonarchie verwiesen. Großmutters Küche ist ein guter Werbefaktor, althergebrachte Speisen werden nachgekocht. Speisen dienen jedoch nicht nur unserem biologischen Überleben - über sie wird auch kommuniziert, sind Kulturwissenschaftler überzeugt. Das Buch "Kulinarik und Kultur" hat sich aus der kulturwissenschaftlichen Perspektive mit der Kulinarik Zentraleuropas auseinandergesetzt und will damit zur Erklärung kultureller Prozesse beitragen. Mit Moritz Csáky, Österreichische Akademie der Wissenschaften. Gestalterin: Réka Tercza.
Buchtipp: Moritz Csáky und Georg-Christian Lack (HG.) "Kulinarik und Kultur. Speisen als kulturelle Codes in Zentraleuropa", Böhlau Verlag.

Sendereihe