Hörbilder

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Der Normalstörfall. 85 Jahre Arnulf Rainer. Ein Porträt des österreichischen Malers und Übermalers. Feature von Peter Zimmermann

Er wolle der Welt erklären, wer er sei, um nicht verwechselt zu werden, schrieb Friedrich Nietzsche im Vorwort zu seinem autobiografischen Text "Ecce homo". "Meine Kommentare sind Trick und Gebrauchstexte, um noch schlimmeren Interpretationen anderer zuvorzukommen", sagt Arnulf Rainer.

Nietzsche wie Rainer haben ihr Leben lang daran gearbeitet, Werk und Person zu einer unverwechselbaren Einheit werden zu lassen, zu einer Trademark. Das funktioniert nur dann, wenn man ständig zugeschriebene Rollen verweigert, eigene Positionen ironisiert und die Erwartung des Publikums unterläuft.

Es geht dabei auch um Aufmerksamkeit: Als Störfall im Literaturbetrieb positioniert man sich unübersehbar in diesem. Und wenn man lange genug daran arbeitet, den Interpretationen anderer zuvorzukommen, wird aus dem Störfall ein Normalstörfall.
Das Paradox eines Künstlers also als allgemein anerkannter, vielfach ausgezeichneter und gut verdienender Provokateur mit eigenem Museum. Und so kann Arnulf Rainer in seinem achtzigsten Lebensjahr sagen: "Ich habe das Gefühl, ich bin durchs Leben gegangen wie durch einen Traum ..."

Sendereihe

Gestaltung

  • Peter Zimmermann