Vom Leben der Natur

Vom Leben der Natur

Eine stete Begleiterin des Menschen. Der Biologe Alexander Borst über die Stubenfliege.
Teil 4: Schwer zu erwischen.
Gestaltung: Nora Kirchschlager

Die Stubenfliege heißt wissenschaftlich Musca domestica und gehört zur Fliegenfamilie der Muscidae, von denen es weltweit 4000 Arten gibt. Umgangssprachlich wird sie auch als gemeine, gewöhnliche oder große Stubenfliege bezeichnet.

Charakteristisch für das Insekt sind große rötliche Facettenaugen, die einen 360 Grad-Rundumblick ermöglichen - ein wesentlicher Grund dafür, warum der Mensch die Fliege so gut wie nie erwischt.
Musca domestica hat, im Gegensatz zu vielen anderen Insekten, zwei Flügel anstatt vier. Das hintere Flügelpaar ist bei ihr zu kleinen Schwingkölbchen reduziert, die zur Feinsteuerung während des Fluges dienen. Das vordere Flügelpaar hat eine Schlagrate von 180 bis 330 Mal pro Sekunde - das Tier ist also ziemlich schnell unterwegs.

Die Stubenfliege besitzt einen Rüssel, mit dem sie ihre Nahrung einsaugt - bevorzugt Zucker- und Eiweißhaltiges.

Hauptverbreitungsgebiet sind ländliche Bereiche, wo sie ihre Eier in Gülle oder Komposthaufen legt - und zwar 10-15 Mal jährlich bis zu 2000 Stück.

Am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München wird seit vielen Jahren das Gehirn der Stubenfliege akribisch untersucht. Die Wissenschaftler rund um den Biologen Alexander Borst interessieren sich insbesondere für die Bildwahrnehmung und Flugsteuerung der Fliege. Die Forschungsergebnisse haben mittlerweile auch das Interesse von Ingenieuren der TU München erweckt. In Anlehnung an das Gehirn der Fliege hat man gemeinsam einen Flugroboter gebaut - der in naher Zukunft autonom steuern soll.

Service

Peter Sehnal
Betreuer der Diptera-Sammlung
Naturhistorisches Museum Wien
A-1010 Wien
Naturhistorisches Museum

Prof. Dr. Alexander Borst
Leiter des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie
D- 82152 Martinsried
Max-Planck-Institut für Neurobiologie

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