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Kunst zum Herunterladen: Oliver Laric mit "Photoplastik" in der Secession
Die Band Mbongwana Star beim Donaufestival

Kunst zum Herunterladen: Oliver Laric mit "Photoplastik" in der Secession

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie klassizistische Statuen: Ludwig van Beethoven als olympischer Gott, griechische Büsten, athletische Helden - edel und erhaben. Doch in der Wiener Secession kommt es dieser Tage nicht auf den ersten, sondern auf den berühmten zweiten Blick an. Denn wer sich den Exponaten nähert, bemerkt: Diese Objekte sind nicht aus edlem Marmor, sondern aus schnödem Kunststoff: Plastik im antiken Gewand. Im doppelten Wortsinn. Der österreichische Künstler Oliver Laric interessiert sich für die Schnittstelle von Technologie und Tradition. Laric fertigt 3D-Scans von antiken und klassizistischen Skulpturen an. Diese Scans ermöglichen es, Skulpturen mit einem 3D-Drucker beliebig oft auszudrucken. Das Kunstwerk in Zeiten seiner technischen Reproduzierbarkeit 2.0.- Oliver Laric hat sich im Wiener Kunsthistorischen Museum umgesehen und dort den berühmten Jüngling vom Magdalensberg gescannt. Eine Bronze-Plastik aus der Renaissance, die lange als römisches Original galt. Laric geht es auch um die kunstgeschichtliche Diskussion. Was unterscheidet das Original von der Kopie? Die Aura des Kunstwerks strahlt im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit immer noch. Doch Oliver Laric will nicht nur die Hierarchie von Original und Kopie hinterfragen. Sein Ansatz geht weiter: Die Scans, die Laric von Skulpturen macht, stellt der Künstler auf seiner persönlichen Website der Öffentlichkeit zur Verfügung. Jeder und jede kann seine Scans herunterladen und nach Belieben verwenden. Die Anwendungsgebiete sind breit gefächert. 3D-Drucke seiner Scans tauchen zum Beispiel als Requisiten auf Bühnen auf. Oliver Laric macht Kunst zum Open-Source-Projekt. Den Überblick darüber, wo seine Scans verwendet werden, hat er längst verloren.- Gestaltung: Christine Scheucher


Die Band Mbongwana Star beim Donaufestival

Das Wort "Mbongwana" bedeutet in der kongolesischen Sprache Lingala "Veränderung".
Der 60-jährige Coco Ngambali kann darüber einiges erzählen: Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der gefeierten Band "Staff Benda Bilili" - einer Gruppe Polio- und Kriegsversehrter, Obdachloser und Straßenkinder, die sich mit ihren sozialkritischen Balladen von den Armenvierteln Kinshasas auf die Konzertbühnen weltweit gespielt haben. Nach internen Streitigkeiten und einem Zerwürfnis mit dem Management verließ Coco Ngambali 2013 die Gruppe. Gemeinsam mit dem Sänger und Gitarristen Theo Nzonza - einem weiteren ehemaligen Mitglied der "Staff Benda Bilili" - gründete er "Mbongwana Star". Die Band gastierte am Eröffnungsabend des diesjährigen Donaufestivals in Krems.- Gestaltung: Roman Tschiedl

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