Kunstradio - Radiokunst

"GAD Technologies" von Marija Bozinovska Jones und J. G. Biberkopf, sowie "In Labour on Radio" von Stine Janvin Motland

Mit ihrer Stimme vermisst die norwegische Künstlerin Stine Janvin Motland die Umgebung, sie bewegt sich in und zwischen Innenräumen und Außenräumen und reagiert auf zufällig auftretende Geräusche, auf mechanische Rhythmen und auf Vogelgesang. Ihre 2013 erschienene Solo-LP "In Labour" war Ausgangspunkt für Live-
Performances vor Publikum. Mit zwei dezenten Mikrofonköpfen vor dem Mund spazierte sie durch die Straßen von Inderøya in Norwegen und Athen in Griechenland – die Laute und Atemgeräusche, die Motland in Korrespondenz mit den Umgebungsgeräuschen äußerte, wurden live übertragen.

Aufbauend auf dieses Projekt, das Stine Janvin Motland als "Live-Radiostück mit einer abstrakten Erzählstimme" bezeichnet, entwickelt sie nun ein tatsächlich für die Radio-Übertragung bestimmtes Stück mit dem Titel "In Labour on Radio". Aufnahmen der Performances in Inderøya und Athen, sowie eine neu aufgenommene Vokal-Fassung, bilden den Rahmen für das Stück, für das auch Musikerinnen und Musiker zugezogen werden.

"Die Dualität der Stimme und ihrer Umgebung dienen improvisierenden Musikern als Partitur, die sie interpretieren", so die norwegische Stimmkünstlerin Stine Janvin Motland. Stine Janvin Motland ist Teil der Plattform SHAPE, die von 16 Festivals und Kunstzentren gegründet wurde. Eines dieser Festivals ist das musikprotokoll im steirischen herbst.

Weiters wird in diesem Ö1 Kunstradio das Radiostück GAD Technologies von Marija Bozinovska Jones aka MBJ Wetware und J.G. Biberkopf präsentiert werden, die zweite Arbeit, die im Rahmen des CTM Radio Lab 2016 neben All Hail Mother Internet von Deena Abdelwahed (S. 98) entstanden ist. "To gad" bedeutet "sich herumtreiben",
"umherziehen". Gleichzeitig steht die Abkürzung G.A.D. für "General Anxiety Disorder", "generalisierte Angststörung". Unstetigkeit und Angst sind typische Symptome der Verflüssigung im Zeitalter des extremen Technokapitalismus, meinen die Künstlerin und der Künstler.

Gemeinsam entwickelten sie eine Radioperformance, in der sich die Grenzen aller erdenklichen Klangwelten auflösen.

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